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    • Dokumenttyp
      Präsentation (Aufsatz in Zeitschrift)
      Autor (Präsentation)
      • Richter, Wenke
      Sprache (Präsentation)
      Deutsch
      Sprache (Aufsatz)
      Deutsch
      Autor (Aufsatz)
      • Richter, Wenke
      Titel (Aufsatz)
      Die Alma mater lipsiensis im Dreißigjährigen Krieg (1630-1650)
      Untertitel
      Die Universität als “Subjekt” und “Objekt” in einer Krisenzeit
      Titel (Zeitschrift)
      Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit
      Gezähltes Jahr
      2009
      Band
      13
      Heftnummer
      2
      Seiten
      224-255
      Erscheinungsort
      Potsdam
      Verlag
      Universitätsverlag Potsdam
      ISSN
      1617-9722
      Thematische Klassifikation
      Bildungs-, Wissenschafts-, Schul- und Universitätsgeschichte
      Zeitliche Klassifikation
      Neuzeit bis 1900 → 17. Jh.
      Regionale Klassifikation
      Europa → Westeuropa → Deutschland
      Schlagwörter
      Universität
      Leipzig
      Dreißigjähriger Krieg
      URL
      http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2009/3772/pdf/mgfn13_02.pdf
      recensio.net-ID
      e924761fbd7d67f55486b4df61643778
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Wenke Richter: Die Alma mater lipsiensis im Dreißigjährigen Krieg (1630-1650). Die Universität als “Subjekt” und “Objekt” in einer Krisenzeit (präsentiert von Wenke Richter)

erstellt von Wenke Bönisch zuletzt verändert: 07.07.2013 18:45

Mit dem schwedisch-sächsischen Bündnis von 1631 wandte sich Kurfürst Johann Georg I. endgültig von der kaiserlichen Politik während des Dreißigjährigen Krieges ab. Ab diesem Zeitpunkt wurde das bis dahin vom Kriegsgeschehen verschonte Kursachsen für die nächsten zwanzig Jahre vom Großen Krieg heimgesucht. Die Schlachten von Breitenfeld, die Wurzener Kreuz- und Marterwochen stehen dafür symbolisch.

Nicht nur die belagerten und besetzten sächsischen Städte mussten mit den Folgen des Krieges wie Plünderungen, Verwüstungen, Zerstörungen, Besetzungen und Kontributionszahlungen kämpfen, dies traf auch auf die Universität Leipzig zu, die als eigenständige Rechtskorporation ihre Unabhängigkeit sowohl gegenüber dem Leipziger Magistrat als auch gegenüber den verschiedenen Kriegsparteien behaupten musste.

Leipzig wurde zwischen 1630 und 1650 insgesamt fünfmal belagert, von denen vier erfolgreich für die gegnerische Kriegspartei endete. Dieser Aufsatz zeigt erstmals auf Grundlage universitärer Quellen, wie sich die Alma mater lipsiensis als "Subjekt" und "Objekt" während des Dreißigjährigen Krieges im Spannungsgefüge von Eigenständigkeit und Abhängigkeit sowohl gegenüber den Kriegsparteien als auch der Stadt durchsetzen konnte. Dabei werden die beiden Belagerungen von 1631 und 1642 verglichen. Für die erstmalige ausführliche Rekonstruktion der Ereignisse wurden vor allem bisher noch nicht ausgewertete Quellen wie das Rektoratsbuch herangezogen.

Bisher wird die Rolle der frühneuzeitlichen Hohen Schulen im Dreißigjährigen Krieg kaum detailliert untersucht. In groben Skizzenstrichen wird diese Phase der Universitätsgeschichte behandelt. Dadurch fehlen der Hochschulgeschichte wichtige Kenntnisse über den politischen Handlungsspielraum von frühneuzeitlichen Universitäten in Kriegs- und Krisenzeiten. Ein Bild passiver, widerstandsloser Existenz der Hohen Schulen z. B. während des Großen Krieges herrscht in der Universitätsgeschichtsschreibung vor. Exemplarisch am Beispiel der Alma mater lipsiensis zeigt der Aufsatz, dass dem nicht so war. Sehr wohl war sich die Hohe Schule ihrer Eigenständigkeit als Rechtskorporation bewusst, die sie mehr als in Friedenszeiten selbstbewusst gegenüber den verschiedenen Kriegsparteien als auch dem Landesherrn bzw. dem Magistrat der Universitätsstadt verteidigte.