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  • Metadaten

    • Dokumenttyp
      Präsentation (Monographie)
      Autor (Präsentation)
      • Paye, Claudie
      Sprache (Präsentation)
      English
      Sprache (Monographie)
      Deutsch
      Autor (Monographie)
      • Paye, Claudie
      Titel
      „Der französischen Sprache mächtig“
      Untertitel
      Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen (1807–1813)
      Erscheinungsjahr
      2013
      Erscheinungsort
      München
      Verlag
      Oldenbourg
      Reihe
      Pariser Historische Studien
      Reihennummer
      100
      Umfang
      600
      ISBN
      978-3-486-71728-0
      Thematische Klassifikation
      Bildungs-, Wissenschafts-, Schul- und Universitätsgeschichte, Geschichte des Journalismus, der Medien und der Kommunikation, Sozial- und Kulturgeschichte, Sprachgeschichte, Verwaltungsgeschichte
      Zeitliche Klassifikation
      Neuzeit bis 1900 → 19. Jh.
      Regionale Klassifikation
      Europa → Westeuropa → Deutschland
      Schlagwörter
      Königreich Westphalen <1807-1813> / Amtssprachen
      Sprachbewusstsein
      Sprachpolitik
      Spracherwerb
      Deutsch-französischer Kulturkontakt
      Überwachung
      recensio.net-ID
      1c09ce895a302495e20ea72ca070fb6a
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      http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de
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Claudie Paye: „Der französischen Sprache mächtig“. Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen (1807–1813) (präsentiert von Claudie Paye)

erstellt von Claudie Paye zuletzt verändert: 27.11.2013 12:06

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Dank und Dedikation............................................	13

Einleitung..................................................... 17 
1. Problemstellung und Ausgangslage.............................17
2. Sprachpolitisches Erbe der Französischen Revolution und des
Empire – Aufbruch in das Zeitalter der Nationen...............	22 
3. Themenkomplexe und Fragestellung ........................... 24 
3.1. Sprachpolitik ............................................ 24 
3.2. Sprach- und Kommunikationspraktiken....................... 26 
3.3. Sprachreflexionen, Sprachkontakt und Sprachkonflikt ...	27 
4. Forschungsstand..............................................27 
4.1. Nationalbewusstsein und Nationsbildung ..................	27 
4.2. Soziolinguistische und historische Sprachforschung ....	29 
4.3. Rheinbundforschung und Modellstaat Westphalen ........ 	33 
4.4. Kommunikations- und Mediengeschichte...................... 40 
4.5. Kulturtransferforschung .................................. 42 
5. Aufbau der Untersuchung.....................................	44 
6. Quellengrundlage, Methode und Begriffe......................	49

A. Sprachpolitik im Königreich Westphalen......................	59 
1. Staatliche Überlegungen zum Sprachgebrauch in Verwaltung
und Regierung .................................................	61 
2. Zum Umgang der Staatsbeamten mit der verordneten
Zweisprachigkeit............................................... 67 
3. Schul(sprach)politik als Langzeitprojekt der offiziellen
westphälischen Sprachpolitik?.................................. 73 
3.1. Einführung und Intensivierung des Französischunterrichts ..73 
3.2. Französischunterricht in den Schulen der Hauptstadt Kassel. 74
3.2.1. Einschulung der französischsprachigen Einwandererkinder.............................................. 74
3.2.2. Weiterführende Schulreformen an den Kasseler Schulen 
als Merkmal der Französisierung? ..............................	78 
4. Fazit: Schulpolitik versus Sprachpolitik?................... 93

B. Sprach- und Kommunikationspraktiken.........................	99

I. Übersetzer, Dolmetscher und zweisprachige Schreiber 
– Die Suche nach den Übersetzungspraktiken...................	99
1. Übersetzer, Dolmetscher und zweisprachige Schreiber .......  100 
1.1. Im Auftrag des Staates.................................... 100
1.1.1. Cerfberr genannt Medelsheim: Übersetzer und commis d’ordre
im Außenministerium............................................ 100
1.1.2.Stübing und Beinter: Militärs, Übersetzer und Dolmetscher 111
1.1.3. Pfeiffer und Osburg: Juristen und Übersetzer............ 112
1.1.4. Dzondi: Mediziner und Dolmetscher....................... 116
1.1.5. Decherf: Übersetzer in der Postadministration........... 118
1.1.6. Perier und Provençal: secrétaires-interprètes
im westphälischen Finanzministerium............................ 118
1.1.7.Van Baerll: Übersetzer und Generalsekretär der Präfektur
des Werradepartements.......................................... 119
1.1.8.Léonnard:DolmetscherundSprachlehrer...................... 122
1.1.9. Turgeniev und Kaverin: Dolmetscher und Studenten ....... 123 
1.2. Im Auftrag der administrés................................ 124 
1.2.1. Landgrebe: Übersetzer und Sprachlehrer.................. 124
1.2.2. Deligny: Küster der königlichen Kapelle und Übersetzer..................................................... 125
1.2.3. ›Ad-hoc‹-Übersetzerund-Dolmetscher.......................125 
1.3. Doppelauftrag Mierzinskys: Dolmetscher, Übersetzer und
Zensor bei der kaiserlich-französischen Verwaltung............. 129 
1.4. In besonderem Auftrag: Rau – Domestik, Abschreiber und
Dolmetscher.................................................... 134 
1.5. FazitausdenverschiedenenÜbersetzerprofilen................ 136 
2. Übersetzungspraxis ......................................... 137 
2.1. Mündliche und schriftliche Übersetzungsprozesse........... 137 
2.1.1. Generaldirektion der Hohen Polizei...................... 138 
2.1.2. Polizeipräfektur zu Kassel ............................. 142 
2.1.3. Justizministerium und Gerichtsbarkeit................... 143 
2.1.4. Gefängnisse ............................................ 144 
2.1.5. Staatssekretariat und Ministerium des Äußeren........... 145
2.2. Übersetzungen als Hürde für die administration und als Chance
für die Administrierten ....................................... 146 
2.2.1. Ungewissheiten und undichte Stellen..................... 146 
2.2.2. Widerspruch zwischen französischem Originaltext
und deutscher Übersetzung im »Westphälischen Moniteur«......... 148 
2.2.3. Erschwerte und verlangsamte Verwaltungsvorgänge......... 152
3. Schlussbetrachtung: Offizielle wie ›Ad-hoc‹-Übersetzer und 
-Dolmetscher zwischen Wirklichkeit und Metapher ............... 153

II. Spracherwerb: von französischen Sprachlehrern und -lehrbüchern
zu russischen Dolmetschern..................................... 156 
1. Französischer Spracherwerb.................................. 156 
1.1. Französische Sprachlehrer im Königreich Westphalen........ 158 
1.1.1. Stand der französischen Sprachlehrer.................... 159 
1.1.2. Besondere Lebenshintergründe einiger Sprachlehrer....... 162
1.2. Kurzlebiger oder anhaltender Enthusiasmus für die französische Sprache?....................................................... 168
1.3. Französische Sprachlehrbücher und -wörterbücher........... 170 
1.3.1. UnterrichtsmethodenfürKinderundJugendliche.............. 171 
1.3.2. Französische Sprachlehrbücher und Hilfsbücher zum
Selbstunterricht............................................... 174 
2. Russische Dolmetscher....................................... 180
2.1. Charakteristika, Verbreitungswege, Lesepublikum und Vorläufer
der russischen Dolmetscher .................................... 181 
2.1.1. Die Duldung der russischen Dolmetscher und die obrigkeitliche 
Diskussion über ihre Funktion und Wirkung...................... 181
2.1.2. Charakteristische Angaben zu den russischen Dolmetschern 
aus den Polizeiberichten....................................... 184
2.1.3. Verbreitungswege........................................ 185
2.1.4. Adressaten und Lesepublikum............................. 186
2.1.5. Weitere russische Dolmetscher aus dem Jahre 1813 zur Dialogisierung................................................. 189   
2.1.6. Vorläufer der Dolmetscher............................... 196 
2.2. Zensurmaßnahmen gegen die russischen Dolmetscher:
Affäre Dreyssig ............................................... 198 
2.3. Andere Vorfälle zur eingehenden Kontextualisierung der
russischen Dolmetscher......................................... 205 
2.3.1. Geißlers »Hand- und Hülfsbuch« und sonstiges Werk....... 206 
2.3.2. Die Affäre Harckwitz ................................... 217 
2.3.3. Begegnung mit den Kosaken............................... 219
3. Fazit und Zusammenführung: Sprachpolitik ›von unten‹ ....... 220

III. Bittschriften à la française: von französisierten Bittschriften 
und professionellen Bittschriften in französischer Sprache..... 228 
1. Bittschriftenschreiber...................................... 228 
1.1. Lehmann als Bittschriftenschreiber und vielseitiger Bürger.228 
1.2. Weitere Bittschriftenschreiber............................ 241
2. Staatliche Perspektive und Regulierungsversuche des Bittschriftenwesens............................................ 243 
3. Strategisches Handeln, Sprachbilder und Sprachgestus ....... 253
4. Bittschriften als Kommunikationsprozess..................... 266

IV. Karikaturen: Interdependenz von Bild, Schrift und Erzählung. 269 
1.Universelle, länder- und sprachspezifische antinapoleonische
Karikaturen.................................................... 269 
2.	Karikaturen im Gespräch und in den westphälischen
Polizeiberichten .............................................. 273 
2.1. Affäre Blumenthal oder die ausgedehnte mediale Vernetzung
der Karikaturen................................................ 275 
2.2. Affäre Mathusius oder die Steigerung der kritischen Inhalte
aus den Karikaturen............................................ 277 
3. Verknüpfte Bildlichkeit, Schriftlichkeit und Mündlichkeit .. 279 
4. Karikaturen auf Alltagsgegenständen oder die zeitkritische
materielle Kultur der Westphalen..............................  281 
5. Weitere staatskritische und satirische Darstellungen und ihre
Gemeinsamkeiten mit den Karikaturen ........................... 292 
6. Erzählte Karikaturen und die innere kollektive Bild(referenz)welt
der Westphalen................................................. 293

V. Die verbotene »Handlung« des Zinngießers Taberger oder 
der kleine Sarg des »Anstoßes«................................. 296 
1. Vorspann zur Affäre Taberger im Februar 1813................ 297
2. Interpretation der Sarginszenierung im Schaufenster des 
Zinngießers Taberger .......................................... 298 
2.1. Ort des Geschehens........................................ 298 
2.2. Zeitpunkt................................................. 299 
2.3. Adressaten................................................ 301 
2.4. Anschuldigungen und Verteidigung Tabergers ............... 302
3. Zum Umgang der westphälischen Gesellschaft mit dem Tod ..... 304 
3.1. Begräbnisse unter Polizeiüberwachung...................... 305 
3.2. Gedenk- und Erinnerungskultur: Schills Tod 1809 und
Auferstehung 1812.............................................. 306 
3.3. Schwarze Husaren des Herzogs von Braunschweig-Oels in
Totengestalt .................................................. 310 
3.4. Todesnachrichten aus Russland und gefälschte Totenscheine. 314 
3.5. Vermeintliche Attentate auf Jérôme und Napoleon .......... 317
4. Der Sarg, die Mamelucken und der »escadron sacré« 
im Schaufenster des Zinngießers Taberger....................... 321
5. Tabergers Perspektive und die Wahrnehmung des Sarges durch 
die Hannoveraner .............................................. 328
6. Vom Schaufenster Tabergers zu den pluralen kommunikativen 
Strategien der Westphalen...................................... 332

VI. Königlich-westphälische Wappen zwischen Aneignung und Angriff........................................................ 335
1.Wappen als Identifikationsangebot für die Westphalen und ihre Aneignung...................................................... 337 
2. Hohn und Spott auf die westphälischen Wappen................ 339 
3. 1809: Ab- und Anmontieren westphälischer Wappen ............ 341
4. Demonstrativer Angriff auf die königlich-westphälischen Wappen 
an Herrschaftsgebäuden im Jahr 1813............................ 342
5. Weitere Eskalation in den Angriffen der Westphalen auf die 
westphälischen Wappen.......................................... 346 
6. Schlussakt: Zerstörung des Napoleonstandbilds .............. 350
7. Umgang mit Wappen zwischen tradiertem Muster und ungekannter 
Eskalation .................................................... 350

C. Sprachbewusstein, Verständigungsschwierigkeiten, 
Sprachdominanz und -konflikt .................................. 353
1. Vom Sprachbewusstsein der Zeitgenossen ..................... 354 
1.1. Unzulängliche Übersetzungen
und Sprachverständigungsschwierigkeiten........................ 354 
1.1.1. Bewusstsein für Übersetzungsbedarf
und Qualitätsmerkmale ......................................... 354 
1.1.2. Verständigungsschwierigkeiten bei polizeilichen
Untersuchungen................................................. 356 
1.2. Umgang mit Fremdwörtern und Französisierung
des deutschen Sprachgebrauchs ................................. 358 
1.3. Hemmungen, sich in der Fremdsprache auszudrücken ......... 363 
1.4. Bedauern über unzureichende Fremdsprachenkenntnisse ...... 365 
1.5. Bewusstsein für verschiedene Niveaus
der Sprachbeherrschung......................................... 367 
1.5.1. Sprachbeherrschungder»fremden«Sprache................... 368 
1.5.2. Beherrschung der eigenen Sprache........................ 373 
1.5.3. Handschriftenvielfalt................................... 375 
1.5.4. Idealfall:VollkommenheitinderFremdsprache............... 378
1.6. Umgang mit den Sprachen vom Feind und Wertungen über die Sprachen....................................................... 379 
1.7. Zugang zur Fremdsprache................................... 381 
2. Von der Sprachdominanz des Französischen über das Deutsche ..384 
2.1. Offener Sprachkonflikt ................................... 385
2.2. Tilgung der deutschen Sprache oder Korrekturen am deutschen
Sprachgebrauch nach den neuen Herrschaftsprinzipien?........... 391
2.3. Sprachliche Gegenoffensive der Deutschsprachigen ......... 393
2.4. Deutsch als Gegensprache und als Nische für subversive 
Kommunikation ................................................. 396
2.5. Sprachfertigkeiten und Akzente in der Aussprache als 
Überführungs- und Tarnungsmittel der Polizei .................. 398
2.6. Von den Vorzügen der Beherrschung der französischen Sprache........................................................ 400 
2.7. Beredsamkeit und Redekultur............................... 405 
2.8. Französisierung des öffentlichen Raumes................... 409 
2.8.1. OffizielleStraßen-undOrtsumbenennung.................... 409 
2.8.2. Umbenennungen auf Privatinitiative ..................... 412
2.8.3. Französisierung der Personennamen und der Amtstitel..... 413
2.8.4. EindeutschungvonPersonennamenundPersiflage.............. 416 
2.9. Bereitschaft zur Aneignung der französischen
oder deutschen Sprache......................................... 418 
2.10. König Jérôme und seine deutschen Sprachkenntnisse ....... 421
3. Von Sprachbarrieren und sprachlich bedingten 
Konfliktsituationen ........................................... 428 
3.1. Deutsche und französische Sprachgemeinschaften in Kassel . 433
3.1.1. Streit um die Sprache der Bücher in der königlichen Bibliothek..................................................... 433 
3.1.2. Kasseler Streit- und Theaterkultur ..................... 435 
3.1.3. Von den Sprachkonflikten in der administration.......... 455 
3.1.4. Sprachkonflikte am Hof.................................. 474
3.2. Sprachenfrage aus der Sicht der Sprachreiniger, Memorialisten
und Historiker ................................................ 489
4. Fazit: die soziokulturelle und politische Relevanz der Sprachenfrage.................................................. 498

D. Schlusswort – »Der französischen Sprache mächtig«, 
mit der russischen gewappnet ..................................	501
1. Merkmale des kommunikativen Spektrums der westphälischen 
Gesellschaft .................................................. 501 
1.1. Mündlichkeit/Schriftlichkeit.............................. 501 
1.2. ZeichenhafteKommunikationundvisuelleMedien................ 502 
1.3. Medienvielfalt, -vernetzung und -vermischung ............. 503 
1.4. Desinformation – Informationspolitik ›von unten‹ –
Informationsnetzwerke: Politisierung .......................... 505 
1.5. Kommunikationsorte........................................ 507 
1.6. Soziokulturelle Schranken – Kommunikation zwischen den
gesellschaftlichen Gruppen..................................... 507 
1.7. Identität(en) und Verstellungskünste ..................... 508
2. Befunde zur westphälischen Sprachenfrage.................... 510 
2.1. Sprachpolitik ›von oben‹ und Einflüsse auf Gesellschaft und
Öffentlichkeit................................................. 510 
2.2. Sprachpolitik ›von unten‹ und Wechselwirkungen mit der
Staatspolitik ................................................. 511 
2.3. Entdeckung von »außerordentlich normalen« Zwei- und
Mehrsprachigen ................................................ 513 
2.4. Sprachkonflikt ohne sprachliches Verständigungsproblem ... 515 
2.5. Reale und empfundene Sprachdominanz der französischen
Prestigesprache ............................................... 516 
2.6. Deutsch-französische versus deutsch-deutsche
Sprachbarrieren?............................................... 516 
2.7. AdaptationenderKommunikationsstrategien................... 517 
2.8. Nationale und sprachliche Gemeinschaften.................. 518
3. Anbindung an den Forschungsstand zum Königreich Westphalen.. 519 
4. Fazit: »Der französischen Sprache mächtig«, 
mit der russischen gewappnet................................... 520

Archiv- und Literaturverzeichnis............................... 525 
1. Archivverzeichnis........................................... 525 
2. Gedruckte Quellen........................................... 527 
3. Literatur................................................... 538

Personenregister .............................................. 585 
Ortsregister .................................................. 591 
Sachregister .................................................. 593

Die Untersuchung gilt der Kommunikation im Königreich Westphalen, einem napoleonischen Modellstaat unter der Regierung von König Jérôme Bonaparte, wo die Beherrschung der französischen Sprache für die Einheimischen einen ganz besonderen Stellenwert erhielt. Durch die Einführung eines französischen Verwaltungsapparats, der sowohl in französischer als auch in deutscher Sprache arbeitete, waren Übersetzer, Dolmetscher und Zweisprachige besonders gefragt. Die Untersuchung berücksichtigt Polizeiakten, unter anderem den noch weitgehend unausgewerteten Bestand der Russischen Nationalbibliothek mit den Akten der politischen Polizei. Ein Paradoxon in den Quellen dient als Ausgangspunkt für die Untersuchung: Obwohl die Sprachbarriere zum Teil überspitzt thematisiert wurde, verlief die Kommunikation zwischen Deutsch- und Französischsprachigen offenbar so „normal“, dass ihre Überlieferung eher zufällig erscheint.

Die Arbeit geht der Frage nach, wer in Westphalen „der französischen Sprache mächtig“ war, wie sich die Wahrnehmung der Sprachen konstituierte und wie sich die kommunikative Alltagspraxis durch die Präsenz des Deutschen wie des Französischen in der westphälischen Gesellschaft neu organisierte.

In einem ersten Teil wird die Sprachpolitik berücksichtigt. Darauf aufbauend werden in einem zweiten Teil die Sprach- und Kommunikationspraktiken behandelt. Dabei wird der „Medien-Mix“ der Westphalen, der über die bekannten Printmedien weit hinausging und Mimik, Gestik, Gerüchte, Briefe, Druckgrafiken, Karikaturen und symbolische Handlungen einbezog, so weit wie möglich rekonstruiert. Schließlich wird in einem dritten Teil auf zeitgenössische Reflexionen über die Sprachen eingegangen, die aus Situationen des Sprachkontakts entstanden. Die Sprachenfrage und die Kommunikation mit und jenseits der Sprachen in der westphälischen Gesellschaft stehen im Mittelpunkt der Studie, die sich in erster Linie als kultur- und sozialgeschichtliche Untersuchung versteht, unter Berücksichtigung des politischen Kontextes. Die Arbeit leistet mit mikrohistorischen Methoden einen kommunikationshistorischen Beitrag, der in die Alltagswirklichkeiten der westphälischen Staatsbürger einführt und die Politisierung breiterer Gesellschaftsschichten anschaulich macht.

Einige Thesen der Arbeit lauten:

Bezüglich der Sprachpolitik des westphälischen Staates kann lediglich von einer Art Kolinguismus ausgegangen werden, da viele Verordnungen immer auch in deutscher Sprache bekannt gemacht wurden. Die Einführung der gesellschaftlichen Reformen war dem westphälischen Staat wichtiger als die Förderung von zweisprachigem Spracherwerb oder die Verbreitung von französischen Sprachkenntnissen auf staatliche Initiative. Dennoch kann die Sprachenfrage im Königreich Westphalen als Machtfrage erkannt werden.

Übersetzer und Dolmetscher zu ermitteln ist zum Teil schwierig. Die Untersuchung führt jedoch zur Entdeckung von sogenannten „Ad-hoc“-Übersetzern und „Ad-hoc“-Dolmetschern, die spontan diese Funktion übernahmen, ebenso wie von mehrsprachigen Analphabeten. Die Untersuchung des Quellenkorpus der Bittschriften identifizierte außerdem deutsche Einheimische mit unerwarteten französischen Sprachkenntnissen, die diese durch Selbststudium oder aufgrund von Mobilität erworben hatten.

Wenn die Westphalen sich über die französische Sprache erregten und die Sprachenfrage als Kommunikationshemmnis darstellten, so lagen diesen Reflexionen über das Problematische an der deutsch-französischen Sprachbarriere vornehmlich soziokulturelle Gegensätze zugrunde.

Der Begriff des Medien-Mix wurde bereits von Gerd Schwerhoff geprägt. Für die westphälischen Verhältnisse konnte die zentrale Bedeutung von Medienmischformen aufgezeigt werden. Aufgrund von Zensur und Überwachung bedienten sich die Westphalen getarnter Medien. Die Medienwirklichkeit war geprägt durch Multimedialität und den Aufbau eines kollektiven Bildrepertoires, „innere Bilder“, auf die in vielerlei Weise rekurriert wurde.

Die Westphalen waren 1807 daran interessiert, auf Privatinitiative Französisch zu erlernen, spätestens 1812 demonstrierten sie jedoch mit ihrem massenhaften Kauf von russischen Sprachwörterbüchern, wie sie die politischen Vorzeichen ihrer Zeit deuteten, und wohin ihre Präferenz für einen Herrschaftswechsel ging.

Die Forschung zum Königreich Westphalen erkennt seit den 1970er Jahren, in Abkehr von der Historiographie des 19. Jahrhunderts, die das Nationalerwachen als positive Wirkung der napoleonischen Fremdherrschaft angesehen hatte, die gesellschaftspolitischen und die rechtlichen Reformen des Modellstaats Westphalen als positive Modernisierung mit Langzeitwirkung an. Die vorliegende Untersuchung betont eine andere Art von positiver Langzeitwirkung: Das napoleonische Zensur- und Überwachungssystem und die Desinformationspolitik – also die repressiven und negativen Aspekte der napoleonischen Ära – leiteten den Übergang in die Moderne für ein breiteres Bevölkerungsspektrum ein, indem sie die Zeitgenossen zur Politisierung anregten und für Medien mit verdeckten staatskritischen Konnotationen sensibilisierte. Dies äußert sich nicht so sehr durch eine breite Unterstützung der Befreiungskriege, wie in der Historiographie des 19. Jahrhunderts gern glaubhaft gemacht wurde, sondern durch Kriegsmüdigkeit, Friedenssehnsucht und den Vorzug von russischem Spracherwerb vor dem französischen. Die Westphalen betrieben eine Art Sprachpolitik „von unten“, die als Ausdruck ihrer politischen Meinungsbildung angesehen werden kann.

http://dhi-paris.academia.edu/ClaudiePaye

http://halshs.archives-ouvertes.fr/PLCI-NAPOLEON

Claudie Paye sagt
21.03.2013 14:15

Anlässlich der Veröffentlichung der Nr. 100 der Pariser Historischen Studien organisieren das Deutsche Historische Institut Paris und der Oldenbourg Wissenschaftsverlag gemeinsam eine Veranstaltung mit Buchpräsentation.

Gemeinsam mit meinen Doktorvätern Prof. Dr. Étienne François und Prof. Dr. Rainer Hudemann werde ich in einer Podiumsdiskussion die Ergebnisse meiner Forschungsarbeit vorstellen:

"Der französischen Sprache mächtig". Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen, 1807-1813, München (Oldenbourg) 2013 (Pariser Historische Studien, 100).

Wo: Deutsches Historisches Institut Paris, 8, rue du Parc-Royal, 75003 Paris
Wann: 4. April, 18 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten: event@dhi-paris.fr

*************************************************************

L'Institut historique allemand fête la parution du centième volume de sa collection Pariser Historische Studien. Dans le cadre d'une table ronde avec mes directeurs de thèse, Étienne François et Rainer Hudemann, j'aurai l'occasion de présenter mon livre sur la période napoléonienne et les questions de communication en Allemagne, paru dans cette collection:

"Der französischen Sprache mächtig". Kommunikation im Spannungsfeld von Sprachen und Kulturen im Königreich Westphalen, 1807-1813, Munich (Oldenbourg) 2013 (Pariser Historische Studien, 100).

La soirée se tiendra le 4 avril à 18h, à l'Institut historique allemand, 8, rue du Parc-Royal, 75003 Paris.

R.S.V.P.: event@dhi-paris.fr

Claudie Paye sagt
21.03.2013 14:21

Zwei zusätzliche Kapitel meiner Doktorarbeit sind nach dem Open-Access-Prinzip online in der Sammlung „Pratiques langagières, culturelles et identitaires dans l'Allemagne napoléonienne“ veröffentlicht worden, http://halshs.archives-ouvertes.fr/PLCI-NAPOLEON:

Postwesen und Briefkultur im Königreich Westphalen. Das offizielle Netz und sein geheimes und privates Pendant (1807–1813), http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00793224

Gerüchte im Fokus der Polizeibeamten und als Quelle der Information für die Westphalen (1807–1813), http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00795333

************************************************************

Deux chapitres de ma thèse de doctorat sont disponibles en ligne, en libre accès, dans le cadre de la collection „Pratiques langagières, culturelles et identitaires dans l'Allemagne napoléonienne“, http://halshs.archives-ouvertes.fr/PLCI-NAPOLEON

Günther Schmook sagt
08.04.2013 11:04

Ich selbst beschäftige mich forschungsmäßig seit Jahren mit russischen Wörterbüchern und Dolmetschern, die während der Napoleonischen Kriege (1799–1815) im deutschsprachigen Raum erschienen sind und die vorrangig eine sprachliche und interkulturelle Funktion hatten.
Deshalb möchte ich zu dem Teil B.II.2 der Veröffentlichung "Spracherwerb: von den französischen Sprachlehrern und -lehrbüchern zu russischen Dolmetschern" Stellung beziehen.
Die russischen Dolmetscher und Wörterbücher der Napoleonzeit wurden bisher aus unterschiedlichen Gründen wissenschaftlich ziemlich vernachlässigt.
Erst in jüngster Zeit (vgl. die Veröffentlichungen der Professoren Hexelschneider, Marti, Otten) scheint zum Beispiel die Einstellung der deutschen Slawistik zu dieser Problematik eine Wandlung zu erfahren, nachdem diese Dolmetscherveröffentlichungen wegen ihrer geringen sprachlichen Substanz lange Zeit fast ignoriert wurden.

Die Erarbeitung von Erkenntnissen zu den russischen Dolmetschern durch Claudie Paye habe ich seit der Veröffentlichung der Ergebnisse des Graduiertenkollegs 2003 fast durchgängig verfolgt und mich über die nunmehr vorliegende Publikation ihrer Dissertationsschrift im Oldenbourg Verlag München gefreut. Die im Laufe der Zeit von der Autorin vorgenommenen inhaltlichen Erweiterungen haben dem Buchprojekt insgesamt gutgetan. Die Buchveröffentlichung gerade im Jahr 2013 ist ein würdiger themenbezogener Beitrag zum 200. Jahrestag der Befreiungskriege in Deutschland sowie der Völkerschlacht bei Leipzig.

Kern der Abhandlung von Paye zu diesem Thema ist die Reaktion der französischen Polizei auf derartige Broschürenveröffentlichungen in Westphalen. Die Darstellungen, Ergebnis gründlicher Recherchen "vor Ort" in St. Petersburg, sind äußerst spannend und interessant. Anhand der Polizeiakten kann man anschaulich die differenzierte Haltung der französischen Herrschaftsorgane zu den russischen Dolmetschern nachvollziehen. Die einzelnen Etappen betreffen

1. die Förderung derartiger Wörterbücher durch die französischen Behörden in Vorbereitung und Durchführung des Russischen Feldzuges, quasi als "Soldaten-Wörterbücher". Ein Beleg ist der in der Literaturaufzählung S. 195 aufgeführte russische Dolmetscher von W.C.v.H., der "den nach Norden marschierenden k.k. französischen und verbündeten Armeen gewidmet" ist.
Bei der Verfasserin ist dieser Gedanke zu kurz gekommen. Ohne diese militärische Funktion all dieser Veröffentlichungen zu berücksichtigen, versteht man das Folgeverhalten der Soldaten aller Armeen, die zu den Abnehmern derartiger Dolmetscher bis zur endgültigen Beendigung der Kriegshandlungen zählten, als auch die differenzierte Reaktion der französischen Behörden auf die Veröffentlichung derartiger russischer Sprachmaterialien nicht vollständig. Auch die drei- und mehrsprachige Ausrichtung manches Wörterbuches hat hier einen möglichen Grund.

2. die Duldung der Wörterbücher ab dem Moment des Rückzuges der Franzosen und ihrer Verbündeten aus Russland;

3. eine äußerst restriktive Haltung bis hin zur Verfolgung spätestens im Moment des Überschreitens der jeweiligen Landesgrenzen durch Truppen der verbündeten Armeen, insbesondere von russischen Verbänden.

Die von Paye anschaulich dargestellte "Wende in der Zensurpolitik" (Affäre Dreyssig) hatte wiederum verschiedene Gründe. An erster Stelle wird wohl die strikte Vorgabe Napoleons an seine Behörden gewesen sein, unter allen Umständen die informelle Meinungshoheit zu sichern, die deutsche Bevölkerung von einer Sympathisierung mit den Russen abzuhalten und einem gefürchteten antinapoleonischen Volksaufstand vorzubeugen. Deshalb auch die in den Akten der französischen Polizei anzutreffende Angst vor den mit dem Kauf derartiger Sprachbücher ausgelösten Gesprächen der Bürger untereinander.
Die Buchveröffentlichung mit der antinapoleonischen Bär- und Schlangenvignette stellte dabei lediglich, aus französischer Sicht, einen willkommenen Anlass zum Zuschlagen dar. Es gibt ähnliche Beispiele eines rigiden Vorgehens der örtlichen und der französischen Behörden in anderen Rheinbundstaaten gegen die Verleger und Buchhändler, die russische Dolmetscher auf den Markt brachten.
Zur Ergänzung des Vignetten-Fallbeispiels möchte ich auf diesem Wege der Verfasserin und den Lesern den konkreten Titel der Broschüre nennen, auf deren Titelseite sich diese Allegorie befindet. Es handelt sich um das bei Paye in der Dreyssig-Veröffentlichungsliste S. 182 unter Pkt. 5 aufgeführte, anonym erschienene "Kleine russische, deutsche und französische Wörterbuch, geschöpft aus der Quelle von Joachim Heim …, Halle und Leipzig, bei Friedrich-Christoph Dreyßig, 1813."

Dem "Zeichner der Völkerschlacht" C.G.H. Geißler wurde von der Verfasserin sehr viel Platz eingeräumt. Geißler hatte nachweislich mindestens zwei derartige russische Dolmetscher selbst verfasst, durch weitere Arbeiten einen großen Anteil an der vor allem interkulturellen Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf die Ankunft der russischen Truppen.
Durch meine langjährigen Recherchen sind mir zwei Dolmetscher/Wörterbücher mit Hallenser Bezug bekannt, auf deren Titelseiten jeweils eine Kosakenradierung aus Geißlers Werk "Schilderung und Abbildung der merkwürdigsten russischen Völkerschaften, welche in dem jetzigen Kriege gegen Frankreich kämpfen ...", das er gemeinsam mit J.A. Bergk 1807 im Leipziger Industrie-Comptoir herausgab, abgebildet wurde. Eine Wiederauflage dieser Schrift erfolgte aus aktuellem Anlass 1812/13 (konkretere Angaben werde ich C. Paye persönlich übermitteln).
Ob Geißler hier bewusst mitgearbeitet hat oder es sich um damals übliche Nachzeichnungen handelt, muss offen bleiben. Da die Wörterbücher Dreyssigs auch in Leipzig "Am Grimmaischen Thore" herausgegeben wurden – quasi direkt "vor der Nase" von Geißler – spricht vieles für eine bewusste Mitarbeit des Leipziger Künstlers, mindestens aber für eine wohlwollende Duldung.
Vielleicht ist Geißler je auch der Autor oben genannter Vignette? Dies ist nicht ganz auszuschließen, da er auch derartige Arbeiten, zum Beispiel im Rahmen seiner Mitarbeit an den "Feuerbränden" 1807 ausführte.

Manche Aussage und Wertung, die die französischen Behörden gemäß Aktenlage getroffen hatten, sind natürlich kritisch zu hinterfragen.
Dies betrifft zum Beispiel Aussagen zu den Zielpersonen der Dolmetscher. Mit den Dolmetschern ("Für Jedermann") wollte man so viel wie möglich Käufer aller Schichten ansprechen. Die "kleinen Leute", die die Bevölkerungsmehrheit ausmachten, stellten dabei naturgemäß den Schwerpunkt dar. Der direkte Zugang zum potentiellen Leser wurde unter anderem auch durch die Einbettung in die damals übliche Ratgeber-, Hausvater- und Aufklärungsliteratur unterstützt. Deshalb die vielen Titelbezeichnungen, wie Not- und Hilfsbuch, Hilfstafel, der sorgsame Hausvater... usw. Die Bezeichnung "Not- und Hilfsbuch" war bezüglich der unterschiedlichsten Alltagsthemen durchaus keine Seltenheit, deshalb auch nicht singulär, wie die Autorin mit ihrem Hinweis auf einen konkreten ähnlichen Titel annimmt (S. 190, Fußnote 106).
Nachweislich haben auch Vertreter des Bildungsbürgertums derartige Sprachbücher besessen, die sie sich vor der Ankunft der Russen vorsorglich zugelegt hatten!
Mit der Bezeichnung "russischer Drucker“, als der sich Dreyssig gegenüber der französischen Polizei, aber auch im normalen Geschäftsverkehr ausgab, wollte er meines Erachtens – dem damaligen Sprachgebrauch entsprechend – darauf hinweisen, dass seine Druckerei (was damals eine Seltenheit war) die russische Sprache mit kyrillischen Originalletter drucken konnte. An anderer Stelle nannte er sein Unternehmen "russisch-deutsche Druckerey". Im Übrigen hatte Dreyssig zwar die technischen Voraussetzungen, jedoch nicht die personellen und sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, diese in der Druckpraxis fehlerfrei umzusetzen. In sämtlichen unter seiner Verantwortung gedruckten Arbeiten mit "original russischer Schrift" wimmelt es nur so von Fehlern, die bis zur Unverständlichkeit einzelner Wörter führen können. Einem "russischen Drucker" mit direkter Verbindung zu russischen Behörden, Verlagen oder Partnern wäre dies nie passiert!

Die Dolmetscher waren als in der Regel kleinformatige Broschüren drucktechnisch als Massenware angelegt und zu einem für die Bevölkerung erschwinglichen Preis zu haben. Wie die französische Polizei zu ihrer Einschätzung der "überteuerten Absatzpreise" gelangte, bleibt rätselhaft (S. 188), zumal die Verleger und Buchhändler auch mit einem ausgeklügelten Rabattsystem den Absatz stimulierten. Auch der zweite, "Neuste und vollständigste russische
Dolmetscher..." von Geißler (S. 208) war zwar tatsächlich eine "ausführliche Variante eines Dolmetschers", auch um ca. das Vierfache teurer als die anderen, jedoch nicht unbedingt eine "kostbare", "eine Dolmetscherausgabe für Bibliophile", wie die Autorin meint. In Sachsen kostete dieser Dolmetscher mit Illustrationen 20 Groschen, ohne 16. (Im Vergleich: J.A.E. Schmidts Praktische Grammatik der russischen Sprache, Leipzig 1813, kostete 1 Taler.)

Die bibliographischen Voraussetzungen der Erforschung der russischen Dolmetscher im Zeitraum zwischen 1799 und 1915 sind sehr kompliziert. Die Quellenlage ist lückenhaft, die bibliographischen Angaben oft widersprüchlich. Manche Veröffentlichung wird man nirgends als Nachweis finden. Ein und derselbe Dolmetscher ist in Bibliographien, Zeitungsannoncen und in der Memoirenliteratur oftmals unter verschiedenen Bezeichnungen vermerkt. Doppelungen in der Ergebniserfassung sind dabei schon fast vorprogrammiert (ich weiß, wovon ich spreche!). Trotz akribischer Recherchen kommen Doppelungen auch in der auf den Seiten 194–196 angeführten Liste der von der Verfasserin aufgefundenen russischen Dolmetscher und Wörterbücher vor.

Die Verknüpfung der Dolmetscherproblematik mit der offiziellen Sprachenpolitik des westphälischen Staates überzeugt mich nicht auf Anhieb. Die russischen Wörterbücher und Dolmetscher wirkten m.E. auf einer völlig anderen Ebene; sie waren von vornherein nicht auf einen nachhaltigen Spracherwerb gerichtet (Paye: "... kein wirklicher Fremdsprachenerwerb“, S. 522), sie maßten sich keinerlei didaktische Funktion an. Sie waren für den Augenblick konzipiert, was eigentlich auch die westphälischen und französischen Behörden erkannten (vgl. Mertens an Bongars, S. 184 und Fußnote 87 : "... ils ne sont redigés que pour un usage momentané"). Diese Literatur verschwand in der Regel mit Abzug der russischen Truppen vom Büchermarkt.

Insgesamt stellt der Abschnitt B.II.2 des Buches von Claudie Paye eine gelungene, interessante Abhandlung zum Phänomen der russischen Dolmetscher insbesondere zur Zeit der Befreiungskriege dar. Mit den hier bereitgestellten Informationen und Schlussfolgerungen wurden zugleich solide Grundlagen für weiterführende Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet geschaffen.

Das inhaltliche Problem der russischen Dolmetscher stellt ein äußerst komplexes Forschungsfeld dar und ist als Ganzes demzufolge auch nur interdisziplinär (Slawistik, Landes-, Regional- und Militärgeschichte, historische interkulturelle Kommunikation ...) zu verstehen und zu durchdringen.
Deshalb begrüße ich die Anregung von C. Paye zur Erstellung einer Bibliographie zu den russischen Dolmetschern (S. 188, Fußnote 100).
Dies deckt sich mit meinem persönlichen Grundanliegen, aus meinen Forschungsergebnissen (ich konnte bisher mehr als 100 russische Dolmetscher/Wörterbücher feststellen und lokalisieren) in nächster Zeit eine "Teilkommentierte Bibliographie aller russischen Wörterbücher und Dolmetscher, die während der Napoleonischen Kriege 1799–1815 im deutschsprachigen Raum erschienen sind" anzufertigen und zu veröffentlichen.

Die Autorin Claudie Paye möchte ich auf diesem Weg für die gelungene Abhandlung zu den russischen Dolmetschern beglückwünschen und für die umfangreichen Fakten, Schlussfolgerungen und Anregungen, die sie damit allen Interessenten gegeben hat, Dank sagen.

Claudie Paye sagt
19.04.2013 14:24

Besten Dank, lieber Herr Schmook, für Ihren ausführlichen und sehr interessanten Kommentar!

Mit Ihrem Punkt zur Funktion der russischen Dolmetscher als „Soldaten-Wörterbücher“, deren Produktion seitens der französischen Behörden in Vorbereitung des Russischen Feldzuges als militärisches Hilfsmittel unterstützt wurde, werden Sie recht haben. Tatsächlich führen einige Dolmetscher den Zusatz im Titel oder erläutern im Vorwort „für Freunde und Feinde“ (S. 192). Mit „Feinden“ sind die Franzosen bzw. die Grande Armée gemeint. Im Katalog der Bibliothèque nationale de France hatte ich allerdings keinen nennenswerten Erfolg bei der Suche nach interprètes russes, die im Kaiserreich im Vorfeld des Rußlandsfeldzugs produziert worden sein könnten. Dies wird vornehmlich am Broschürencharakter der kleinen Wörterlisten liegen. Im Rahmen meiner Teilnahme an der Tagung „Les Européens dans les guerres napoléoniennes“, organisiert von Natalie Petiteau, Jean-Marc Olivier, Rémy Cazals und Sylvie Caucanas (Carcassonne, 4.–5.6.2010), bestätigte mir Stéphane Calvet (Les officiers charentais de Napoléon au XIXe siècle. Destins de braves, Paris 2010), dass er eine solche Broschüre mit russischen Wörterlisten im privaten Nachlass eines Veteranen der Grande Armée gesichtet habe. Beim Bestand russischer Dolmetscher, den ich in meiner Publikation nenne, handelt es sich um zweisprachige deutsch-russische Wörterlisten bzw. dreisprachige deutsch-französisch-russische Wörterlisten – nicht also die möglicherweise von französischer Seite veröffentlichten gleichwertigen Broschüren, die sich auf die französische und russische Sprache beschränkt haben dürften.

Über die Zusendung der Titelseite des Dolmetschers mit der Bär- und Schlangenvignette bedanke ich mich ganz außerordentlich: Ich hatte mir nicht träumen lassen, dass ich nach zehn Jahren Suche nach dieser Ausgabe mit der Vignette, sie kurz nach der Veröffentlichung meines Buches doch noch zu sehen bekommen sollte! Ich freue mich nun, diese Vignette als Abbildung in meiner nächsten Publikation zu den Dolmetschern verwenden zu können – Eva M. Stolberg (Hg.), Russia enters the World. Paths of Inclusion and Exclusion (in Planung).

Dass Sie eine Verbindung zwischen zwei in meiner Arbeit eingehend berücksichtigten Akteuren, dem Buchdrucker Dreyssig und dem Zeichner Geißler, herstellen können, ist für mich auch ganz besonders: Über eine solche Verbindung diskutierten wir bereits mit Erhard Schraudolph, der einen guter Kenner des Kinderbüchersortiments Dreyssigs ist. Diese Werke mit pädagogischem Anspruch und volkskundlichem Charakter, die begleitend zu einem Zinnfiguren-Sortiment abgesetzt wurden, zeigen, dass Dreyssig sehr eng mit Kupferstechern und Kunsthandwerkern zusammenarbeitete und auch selbst als Bilderhändler fungierte. (Erhard Schraudolph, Eisvogel trifft Klapperschlange. Zinnfiguren und Kinderbücher in der Aufklärung. Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg 30. November 2006 bis 22. April 2007, Nürnberg 2006.)

Ich stimme Ihnen gänzlich zu, dass die Zusätze „Not- und Hilfsbuch“ in manchen Dolmetschertiteln Floskeln darstellen, die auf die volksaufklärerische Tradition, in die sich die Dolmetscher auch einreihen, zurückzuführen sind (S. 179, Fußnote 75).

Was die Käufer der Dolmetscher angeht, so ist tatsächlich faszinierend, wie die Dolmetscher offensichtlich in allen Schichten der Gesellschaft Abnehmer fanden. Beate A. Kraus arbeitet derzeit einen Beitrag aus, den sie bereits im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Beethoven liest…“ (1.2.–6.6.2012) zur Wörterbücher-Nutzung Ludwig van Beethovens kommuniziert hat. Meine Annahme von starken Preisunterschieden zwischen den verschiedenen Ausführungen von Dolmetschern ist möglicherweise zu relativieren – wenn jedoch die Preisschwankungen weniger stark waren, so bleibt trotzdem anzunehmen, dass die vierfach teureren Dolmetscher nicht in die Haushalte der unteren Schichten gelangten, da ihre kostengünstigeren Varianten ebenfalls ihren Zweck völlig erfüllten und es keinen Anlass für eine größere Ausgabe gab.

Auf Halle als erwiesenes Zentrum der slawischen Sprachen und der Russlandbeziehungen seit dem späten 17. Jahrhundert ist auch bereits hingewiesen worden (Winter, Huterer, Schmücker-Breloer). Die erste russische Druckerei auf deutschen Territorien wird von Schmücker-Breloer für Halle für das Ende des 17. Jahrhundert belegt. (Maritta Schmücker-Breloer, [Hg.], Grammatica Russica Hamburgensis […], Köln 2001, S. 21f.). Nichts desto trotz liegen Sie sicherlich mit Ihrer Feststellung richtig, dass Dreyssig sich deswegen als „russischer Buchdrucker“ ausgab, weil zu dem Zeitpunkt eine Buchdruckerei, die russische Lettern führte, noch eine Seltenheit war. Da mir mehrschichtige Erklärungsmuster plausibel erscheinen, bin ich geneigt zu glauben, dass Dreyssig mit der Angabe „russischer Buchdrucker“ auch den Kaufanreiz seiner Dolmetscher verstärken wollte: Damit verlieh er ihnen eine zusätzliche Authentizität. Dem Polizeikommissar Mertens war die Bezeichnung „russischer Buchdrucker“ im Vorwort zum Dolmetscher mit der Vignette jedenfalls nicht geheuer: Er machte seinen Vorgesetzten nicht nur aufgrund der Bär- und Schlangenvignette darauf aufmerksam, sondern auch „à cause du surnom, que l’éditeur s’est donné, ayant signé la préface: imprimeur russe, quoiqu’il est bon bourgeois de Halle“ (S. 198).

Das Epiphänomen der Dolmetscherproduktion in den Jahren 1812/1813 habe ich in einen Zusammenhang mit der „Sprachpolitik von unten“ (S. 511–513) der westphälischen Staatsbürger gestellt, wie ich sie überspitzt formuliert habe, und wie sie als Gegenpol zur staatlichen Sprachpolitik erkannt werden kann: Während die westphälische Regierung mehr Wert auf die Assimilation der gesellschaftlichen Reformen durch die Bevölkerung legte, als auf eine nennenswerte Sprachpolitik, die beispielsweise den französischen Spracherwerb durch die einheimische deutschsprachige Bevölkerung gefördert hätte, ergriffen die westphälischen Staatsbürger 1807 die Initiative und lernten mithilfe von Sprachlehrbüchern und/oder Privatlehrern Grundzüge in der französischen Sprache. 1812, jedoch spätestens 1813, tauschten sie ihre französischen Sprachlehrbücher gegen russische Wörterlisten ein und demonstrierten zum Teil bewusst, dass sie bestens auf einen politischen Machtwechsel vorbereitet waren, auch weil sie sich ihn wünschten. Diese Feststellung stellt die Leitthese meiner Arbeit dar, die ich im Schlusswort auch eingehend erläutere: „Der französischen Sprache mächtig“, mit der russischen gewappnet. Die Partizipation der Westphalen an den sog. Befreiungskriegen lässt sich wenig durch ihre tatsächliche Beteiligung am militärischen Geschehen messen - ihre Kampfansage erfolgte durch den ostentativen Kauf von russischen Dolmetschern.
Das Epiphänomen („seismographisch“, laut Erhard Hexelschneider, Kulturelle Begegnungen zwischen Sachsen und Russland 1790–1849, Köln, Weimar u.a. 2000, S. 104) der russischen Dolmetscher folgte dem anhaltenden Phänomen der englischen Dolmetscher und Sprachwörterbücher, die die Amerikamigration im „langen“ 19. Jahrhundert begleiteten. Beiden Dolmetscherproduktionen ist gemeinsam, dass sie Einblicke in die Wahrnehmung des Anderen bieten und ethnologisch hoch interessant sind – für die englische Dolmetscherproduktion (vgl. Jan Franz, Englischlernen für Amerika. Sprachführer für deutsche Auswanderer im 19. Jahrhundert, Berlin 2005). Während die russischen Dolmetscher 1812/1813 mitunter als politisches Medium avancierten, zeugen die englischen Dolmetscher von einem prägenden sozialgeschichtlichen Kapitel in der europäischen Geschichte: die Auswanderung verarmten Unterschichten nach Amerika. Während für das 19. Jahrhundert in Europa das Aufkommen von Nationalstaaten auf der Basis von konstruierten und mythologisierten Nationalsprachen lange Zeit in der Historiographie als maßgeblich eingestuft wurde, zeigt die Existenz des Mediums Dolmetscher als „Massenware“, ob für Französisch, Russisch oder Englisch, dass die mehrheitlich mehrsprachigen frühneuzeitlichen Gesellschaften weiterhin gewillt waren, ihre Welt mehrsprachig zu erfassen.

Auf Ihre geplante „Teilkommentierte Bibliographie aller russischen Wörterbücher und Dolmetscher, die während der Napoleonischen Kriege 1799–1815 im deutschsprachigen Raum erschienen sind“ freue ich mich bereits sehr und hoffe Ihnen den einen oder anderen Hinweis auf russische Dolmetscher zustecken zu können.

Claudie_Paye sagt
10.06.2013 23:35

Das Quellenmaterial zur Publikation wird nach und nach im Rahmen des Gemeinschaftsblog „Napoleon auf der Spur - Quellenblog zur napoleonischen Ära in den deutschen Landen“ bereitgestellt:

naps.hypotheses.org

Beitragende und Kommentatoren willkommen!

slavott sagt
11.11.2013 14:36

Ohne die wichtigen Hinweise von Herrn Günther SCHMOOK zum Kapitel „Russische Dolmetscher“ in der kultur- und sozialgeschichtlich ausgerichteten Dissertation von Frau Claudie PAYE (S. 180f.) nochmals in extenso auszubreiten, ist positiv hervorzuheben, dass sich die Verf. bereits anno 2003 zur Textsorte Dolmetscher (i. e. deutsch-russische Verständigungshilfen) geäußert hat, die vom Fach Slavistik kaum zur Kenntnis genommen wurde, eben weil die sprach(wissenschaft)liche Relevanz ausgesprochen dürftig, die Fehleranzahl hingegen immens hoch ist – Russischlernen konnte man mit ihnen auf keinen Fall (S. 205; 508). Anders als die Vokabularien vom 16./17. Jh., die kulturellen Kontakten, Handelsbeziehungen etc. geschuldet sind, verdanken die Verständigungshilfen für Russisch a. 1812/16 ihre Existenz allein den Napoleonischen Kriegen. Auch deshalb kann die Fokussierung auf das Königreich Westphalen die weiterreichende, gerade auch militärische Bedeutung dieser Verständigungshilfen nicht verdeutlichen.
Keine überzeugenden Bezüge zum napoleonischen Royaume de Westphalie lassen sich mit GEIßLER, C. G. H.: Россїйскїй Перебодчикъ [Fehler schon im russ. Titel!]. Hand= und Huᵉlfsbuch für Deutſche und Ruſſen, um ſich gegenſeitig verſtaᵉndlich zu machen, welches alle noᵉthige Redensarten und ein Ruſſiſch=Deutſches und Deutſch=Ruſſiſches Woᵉrterbuch nebſt beygefuᵉgter Ausſprache enthaᵉlt. Leipzig 1813 herstellen, den Verf. mehrfach apostrophiert. Dieser Druck gehört vom Umfang her (VIII, 118 S. - Oktav) zu derjenigen Gruppe von Verständigungshilfen, die umfangreicher (und deshalb auch etwas teurer) gerieten; dieses Hilfsmittel zeichnet sich dadurch aus, dass das russische Material in Kyrillica (mit Umschrift in Latinica) sowie mit deutschen Äquivalenten geboten wird (plus Kategorie „Gespräche“; beachtenswert ist zudem die mehrfache Aufnahme russischer Sprichwörter!). Verbreiteter war natürlich die billigere Broschüren-Version – auch Russisch in Latinica! – im Oktav-Format (häufig 16 S. = 1 Druckbogen).
Für derartige Verständigungshilfen ist bereits das Jahr 1799 von Belang, denn der 2. Koalitionskrieg brachte russische Soldaten nach Süddeutschland und in die Schweiz (u. a. Besetzung Zürichs), deren Einquartierung, Verpflegung und Fouragierung die Erstellung von Vokabelhilfen für die einheimische Bevölkerung angebracht erscheinen ließ, wovon schlichte russisch-deutsche Einblattdrucke (28 bzw. 67 Vokabeln; in Augsburg und Konstanz gedruckt), aber auch eine im Medium Zeitung (München) publizierte deutsch-russische Vokabelliste zeugen (57 Lemmata/Redewendungen). Die jeweilige Anführung der russischen Lemmata in Latinica (statt in Kyrillica) richtet sich eindeutig an deutsche Benutzer, was natürlich die Frage nach der Tauglichkeit, zumal der russisch-deutsch sortierten Verständigungshilfen ohne die wichtigen Aussprache- und Betonungsangaben, evoziert.
Kommunikationsgeschichtlich kommt in diesem Kontext Heinrich Conrad HEINEMEYER: Alphabetiſches Rubrickwoᵉrterbuch der hoᵉchſtnothwendigſten rußiſchen Woᵉrter, Geſpraᵉche und Zahlen, wie ſolche nach der deutſchen Mundart mit den langen und kurzen Zeichen ausgeſprochen werden muᵉſſen. Augsburg 1799 (272 Einträge) eine besondere Rolle zu. Nachweislich rekurriert er auf die umfangreichere Vorlage Johann HEYM: Russische Sprachlehre für Deutsche. Moskau 1789; Riga 21794. Die seinerzeitige „Marktlücke“ wird sichtbar, denn das Augsburger deutsch-russische Vokabularium (in Latinica) wurde in demselben Jahr in Zürich (sogar mit 2 Auflagen), zudem auch als eine ins Französische transponierte Fassung in Ratisbonne [Regensburg] gedruckt: Récueil [!] des Mots Ruſſes les plus néceſsaires avec la prononciation Françoiſe. Überdies sollte nicht vernachläßigt werden, dass der Augsburger Druck, dem ein chaotischer Publikationsprozeß unterstellt werden muß, auch als Vorlage für deutsch-russische Verständigungshilfen aus der Zeit der Befreiungskriege anno 1813/14 namhaft zu machen ist. Insofern wird hier eine (letztlich europäische) Kontinuität nachvollziehbar, in die ein in Paris im Jahre 1812 erschienener dreisprachiger Vocabulaire français, allemand et russe, précédé d’un dialogue, à l’usage des militaires français ist (139 Sentenzen sowie ein am französischen Alphabet ausgerichtetes Wörterverzeichnis mit weit mehr als 3.000 Vokabeln, bedingt durch „la richesse de la langus [!] russe“) einzureihen ist {gallica-BnF [ftp://ftp.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k] – 15. 10. 2013. – Die Auflage betrug 500 Exemplare – lt. Bibliographie de l’Empire Francais. Tome deuxieme. Paris 1813, S. 621.}. Schon die Zusammenstellung der Sentenzen/Lemmata in diesem Vokabularium vom 1. Januar 1812 (!) belegt die militärische Ausrichtung – darüber hinaus verheimlicht das Vorwort die Ausrichtung auf Napoleons Campagne de Russie vom Juni 1812 nicht: „… de publier cet ouvrage que les circonstances actuelles peuvent rendre de la plus grande utilité aux armées françaises en Russie.“ Belegt werden kann also, dass militärisch motivierte Verständigungshilfen für Russisch französischerseits initiiert wurden, die – neben weiteren deutschen Drucken des Jahres 1812 – wohl als «Soldaten-Wörterbücher» der multinationalen Grande Armée fungieren konnten. Erst die veränderte militärische Lage ab anno 1813 führte dazu – wie Verf. anhand von Archivmaterial nachweisen kann –, dass die vielen deutsch-russischen Verständigungshilfen beim russischen Vormarsch von der französischen Polizei argwöhnisch beobachtet und teilweise sogar verboten wurden.
Der prekären Quellenlage ist geschuldet, dass entsprechende Vokabularien verschiedentlich nur indirekt nachweisbar sind. So sollen Bürger der Stadt Erfurt (in Napoleonischer Zeit, 1807-1814: „domaine réservé à l’Empereur“) in Erwartung russischer Truppen im Jahre 1813 den ortsansässigen Buchhändler Georg Adam Keyser um den Nachdruck eines bereits früher aufgelegten Russischen Dollmetschers gebeten haben, der erstellt worden war als „die in Italien gefangen gewesenen Russen, auf ihrem Heimwege durch Erfurt kamen und einquartirt wurden“, womit die Datierung Mai 1801 vorliegt {[Müller, J. P.:] Erfurt unter französischer Oberherrschaft vom 16. Oct. 1806 bis den 6. Jan. 1814. Ein actenmäßiges Gemälde der Leiden, Erpressungen, Mißhandlungen und Betrügereien, die diese Provinz, während den sieben Jahren, erduldete. In Briefen an einen Freund. Deutschland, im ersten Jahre der Freiheit. [Erfurt] 1814, S. 138; zugleich wird kolportiert, dass der Chef der französischen Geheimpolizei den Buchdrucker „sogleich zu sich holen ließ, und ihm den Verkauf russischer Dollmetscher streng untersagte.“}. Ebenso ist ein dreisprachiges Vokabularium (Halle 1808) leider nur per Rezension zu fassen, die es charakterisiert als „elendes Machwerk für den gemeinen Mann im Kriege bloſs nach dem Gehör zuſammengeſchrieben, ohne Kenntniſs und Genauigkeit“, wobei der Titel auf eine Kommunikation von Deutschsprachigen mit Franzosen und Russen abhebt: „Der deutſch-franzöſiſch-ruſſiſche Dollmetſcher, oder Sammlung der nothwendigſten Wörter durch welche man ſich den Franzoſen und Ruſſen verſtändlich machen kann.“ (Dreyssig. 16 S., Oktav) {Allgemeine Literatur-Zeitung, Jena-Leipzig 1808, Band 2, Numero 218, Sp. 728 [http://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jpvolume_00027776] – Zugriff: 21. 10. 2013.}. Diese Verständigungshilfen stehen wiederum in der Tradion französisch-deutscher Dollmetscher, ebenso Noth= und Hülfsbuch resp. Sprachbuch genannt, die sich deutscherseits im Zeitraum 1807/12 registrieren lassen (Glogau, Halle, Leipzig, Pirna), z. B. Dollmetscher, d. franz., od. Noth= und Hülfsbuch für Deutsche, welche d. franz. Sprache nicht mächtig sind ec. Glogau 1807. Wegen der damals üblichen Titeleien sind weitergehende Interpretationen der ebenso in den Russisch-Versionen anzutreffenden Formulierungen wohl müßig, z. B. „für Freund und Feind“ etc., denn Titelangaben und Vorworte versprechen werbewirksam natürlich alles Mögliche. Keinesfalls „stellt allein der Titel schon ein Programm dar“, noch wird wirklich als Novum der „Fokus auf die Aussprache“ gerichtet, ebenso geben sie keine „eindeutige Angaben zur beabsichtigten Funktion der Gattung“ an die Hand (S. 189f.). Deshalb wären Inhalt und Präsentation (Wortschatzbereiche vs. alphabetischer Ordnung, Alltagsphraseologismen; z. T. abstruse Fehler) usw. ins Kalkül zu ziehen gewesen. Denn die Kompilatoren/Setzer/Drucker – zumal der Broschürenversionen – verfügten nachvollziehbar zumeist über keine, allenfalls rudimentäre Russisch-Kenntnisse.
Der verzweifelten finanziellen Situation der Buchdrucker und -händler ist geschuldet, dass Verständigungshilfen für Russisch ab dem Jahre 1813 geradezu en masse angeboten wurden, und zwar ab 2 Groschen (also wahrlich Groschenware), weshalb die von der Verf. anhand von Archivmaterial eruierte Einschätzung der französischen Polizei, sie seien überteuert (S. 186), schlechterdings nicht nachvollziehbar ist {Das Berlinische Wochenblatt für die gebildeten Bürger bot seinen festen Abnehmern gratis an: „ein wohl-geordnetes Verzeichniß derjenigen russischen Wörter, die im gemeinen Leben vorkommen. Den Abonenten[!] wird dieser höchst zusammengedrängte Bogen unentgeltlich mitgetheilt, einzeln aber kostet er 4 Gr[os-chen].“ (Berlinische Nachrichten, No. 30, 11. 3. 1813).}.
Die diversen Druckorte der Dolmetscher belegen recht gut den Vormarsch der russischen Truppen (darunter im Königreich Westphalen: Halle, Cassel, Marburg); dabei spiegeln die variablen Titel durchaus auch voneinander abweichende Verständigungshilfen wider: Anfangsgründe, Der kleine Russe, Deutsch=Russe, Gespräche, Handbuch, Hand= und Hülfsbuch, Hülfsbüchlein, Kleine Sammlung, Nothhelfer, Perewodschik, Redensarten, Selbstlehrer, Sprachmeister, Sprach=Orakel, Taschenbuch, Unterricht, Verzeichnis, Wörterbuch.
Leider hat Verf. keine Zeitungen herangezogen, in denen die kriegsführenden Parteien ihre Versionen lancierten und somit äußerst illustratives Material in kommunikationshistorischem Sinne lieferten (Zensur plus Desinfomation; cf. Oesterreichischer Beobachter auf das Jahr 1813. Zweyter Band. Juli bis Ende December (Wien), Nro. 299, 26. 10. 1813, S. 1518 [http://books.google.de] mit der Veröffentlichung von Dokumenten der Geheimpolizei in Braunschweig, die den Russen in die Hände gefallen waren; Dokument Nro. 5 (Hannover, ohne Datum) besagt: „Die russischen Dollmetscher sind nicht zu unterdrücken, so wenig die Sieges=Placate an den Ecken haften wollen.“ – Ebenso findet z. B. die Causa des Zinngießers Taberger «Sarg im Schaufenster» (S. 296f. bzw. http://halshs.archives-ouvertes.fr/halshs-00757685) ihren Niederschlag in Zeitungen.).
Weil Zeitungsannoncen aber nicht der rigiden französischen Zensur unterworfen waren, ist die wachsende Angebotspalette von Dolmetschern – auch im französisch dominierten Umfeld – besonders illustrativ, denn neben geschönte Textmeldungen zur Grande Armée traten bereits Anzeigen für russische Grammatiken, Wörterbücher und Vokabelhilfen (Dolmetscher), sogar für Porträts des Zaren und seiner Heerführer – ebenso aber auch für russische Heiligenbilder. Noch zu Anfang des Jahres 1813 wurden in Zeitungen vornehmlich bereits auf dem Markt befindliche Drucke (Grammatiken, Wörterbücher) beworben, die als Verständigungshilfen kaum tauglich waren – aber auch mehrfach neueste Landkarten, um das Kriegsgeschehen nachverfolgen zu können. Das seinerzeitige publizistische Szenario zur neuen russisch-preußischen Waffenbrüderschaft runden Zeitungsartikel ab, die dem deutschen Publikum zunehmend «Land und Leute» näherbringen wollten, um so auch der von den Franzosen geschürten Angst vor den Kosaken zu begegnen.
Als Käufer für die massenhaft-billig publizierten Dolmetscher sind – neben dem Militär – Bevölkerungsschichten anzusehen, die direkte Kontakte mit russischen Truppen (u. a. Einquartierungen) zu gegenwärtigen hatten; zu ihnen gehörte sicherlich der Direktor der Bleicherei und Baumwollspinnerei (von Johann Jacob Bodemer) in Zschopau, Immanuel Gottlob Heßler, dem per handschriftlichem Vermerk der Besitz bescheinigt wird: Ausfuᵉhrlich Deutſch=Ruſſiſcher Dolmetſcher, welcher die im gemeinen Leben, vorzuᵉglich aber bei ruſſiſcher Einquartierung noᵉthigſten Redensarten, um ſich einander verſtaᵉndlich zu machen, enthaᵉlt; wobei durch das Zeichen die Sylbe bemerkt iſt, auf welche der Ton gelegt werden muß, nebſt einem alphabetiſchen Woᵉrterbuch von mehr als 1000 der noᵉthigſten Woᵉrter, und der Angabe des Namens und Werthes des ruſſiſchen Geldes. Naumburg 1813 (47 S.; 5 Groschen) {Stadtbibliothek Chemnitz, Signatur: M 2/1 H 3468. – Illustrativ sind die Fehler, z. B.: „Willkommen! | dobeo boschá lo wat!“ (S. [6]) – „Mach mir das Bette.| rásdewai méné.“ (S. 8) – „Du hast zu bezahlen. | tébe dolschno.“ (S. 11) – „Pferdeſtall. | pódkowat Kanjúſchnja.“ (S. 33) – …}.
Im übrigen beförderte der weitere Vormarsch der Alliierten in Richtung Paris natürlich analoge Vokabelhilfen in anderen Regionen. In der Schweiz gibt z. B. Der neueſte Dollmetſcher zwischen dem Deutſchen und Ruſſen oder deutſch=ruſſiſches Handwoᵉrterbuᵉchlein. Enthaltend eine Menge der vorzüglichſten Wörter und geläufigſten Redensarten. Basel [1814] auf dem Titelblatt einen Herkunftsnachweis: „Nach der letzten Berliner Ausgabe in alphabetiſcher Ordnung bearbeitet.“ Das Vokabularium setzt also einen entsprechenden Berliner Druck voraus, dem das Baseler Exemplar zu folgen angibt.
Deutsche Vorlagen (mitsamt Fehlern) spielen auch für in Holland publizierte Nood- en Hulpboekje eine Rolle, um nur zu benennen («Hilfsbüchlein, um die Russen und Kosacken gut zu verstehen: In Holländisch und Russisch nach der holländischen Aussprache aufgestellt»): Hulpboekje om de Russen en Kosakken goed te verstaan: In het Hollandsch en Russisch naar de Hollandsche uitspraak gesteld. Amsterdam [1813] . – («Holländisch-russisches Wörterbüchlein, diejenigen Wörter enthaltend, die im täglichen Umgang am häufigsten vorkommen»): Hollandsch en Russisch woordenboekje, behelzende de woorden, die in de dagelijksche verkeering het meeste te pas komen. Leeuwarden 1813. Dem Kriegsgeschehen folgend sind letztlich auch in Frankreich verlegte französisch-russische Vokabularien zu registrieren (so dass sich gewissermaßen der Kreis schließt: Paris 1812 – Paris 1815/16), z. B. Vocabulaire français-russe, a l’usage des Français et des troupes aliées russes, Contenant les mots les plus nécessaires dans la conversation, … Epernay-Paris 1815.
Fraglich bleibt angesichts dieser Fakten die Aussage der Verf., dass die Westphalen spätestens seit dem Jahre 1812 (?) mit dem massenhaften Kauf der Dolmetscher russischen Spracherwerb sowie einen politischen Herrschaftswechsel präferierten. Unbewiesen bleibt auch, dass der bekannten militärischen Zurückhaltung der Westphalen in den Befreiungskriegen als Kampfansage vielmehr der ostentative Kauf von Dolmetschern zu gelten habe.
Für weitere Forschungsvorhaben, die tunlichst interdisziplinär auszurichten wären, vermag deshalb die von Günther SCHMOOK avisierte „Teilkommentierte Bibliographie aller russischen Wörterbücher und Dolmetscher, die während der Napoleonischen Kriege 1799 - 1815 im deutschsprachigen Raum erschienen sind“ als Grundlage dienen.

Fred Otten (Berlin)

erhardschraudolph sagt
27.11.2013 10:10

In ihrer sehr umfangreichen Promotion analysiert Claudie Paye die auf unterschiedlichen Ebenen verlaufende Kommunikation zwischen Deutschen und Franzosen in dem 1807 errichteten Napoleonischen Modellstaat Westphalen. Überwiegend anhand der einschlägigen Polizeiakten des nur sieben Jahre existierenden Staates unter König Jerome Bonaparte geht die Autorin möglichen deutsch-französischen Sprachbarrieren anhand von vielen Einzelfällen nach.
Nach einer etwas zu lang geratenen Einleitung befasst sich Claudie Paye in drei Hauptteilen mit der Sprachenpolitik im Königreich Westphalen, den Sprach- und Kommunikationspraktiken der etwa 2,2 Millionen Einwohner des neuen Staates sowie dem Sprachbewusstsein, den Verständigungsproblemen, der Sprachdominanz und dem Sprachkonflikt.
Dem westphälischen Staat lag mehr daran, seine Verordnungen und Gesetze zu veröffentlichen als in eine französisch-sprachige Schulpolitik zu investieren, wie Claudie Paye im ersten Hauptteil resümiert.
Im zweiten umfangreichen Hauptteil, bei dem es um Sprach- und Kommunikationspraktiken geht, arbeitet die Autorin die Rolle von Übersetzern, Dolmetschern (Übersetzungshilfen), die Funktion von Bittschriften sowie von Karikaturen als Interdependenz von Bild, Schrift und Erzählung gut heraus. Zuletzt präsentiert sie mit der Geschichte um den hannoverschen Zinngießer Taberger, der durch einen kleinen Zinnsarg - dekoriert neben entsprechenden Zinnfiguren des französischen Militärs - ins Visier der Geheimpolizei gerät, recht plastisch einen bemerkenswerten Vorfall. Ähnliches gilt für das zweite Beispiel – die Aneignung bzw. Ablehnung des neuen Landeswappens des Königsreiches Westphalen durch die Bevölkerung. Die zu diesem Hauptkapitel eigentlich dazu gehörenden beiden Untersuchungen zum Postwesen und zur Briefkultur im Königreich Westphalen das Offizielle Netz und sein geheimes und privates Pendant und Gerüchte im Fokus der Polizeibeamten und als Quelle der Information für die Westphalen sind leider nur online lesbar.
Der letzte Hauptteil untersucht das Sprachbewusstsein der Westphalen und die damit einhergehenden Schwierigkeiten oder Konflikte, die sprachbedingt entstanden, aber eventuell politisch motiviert waren. Hier zeigt die Autorin wieder anhand von vielen Beispielen, wie relevant die Sprachenfrage war, so auch für eine kulturelle bzw. politische Abgrenzung. So grenzte sich der französisch sprechende hessische Hochadel durchaus von den französischen Höflingen um König Jerome ab. Allerdings könnte hier ein Standesdünkel oder eine Ablehnung der „Clique“ um König Jerome bzw. Kaiser Napoleon, die als nicht ebenbürtig erachtet wurden, eine Rolle gespielt haben. Nicht zuletzt haftete noch einigen Personen das Odium der „Königsmörder“ an.

Diese Betrachtung fehlt ebenso wie die stärkere Herausarbeitung der innerwestphälischen Abgrenzungen der Kurhessen von den Braunschweigern, Hannoveranern und Preußen, die nun in einem Staat zusammen lebten, aber völlig unterschiedliche Traditionen hatten. Besonders die starke Affinität der Braunschweiger zu ihrem Herzogshaus und die der Hannoveraner zu England (beide zählten im gesamten Zeitraum zu den Gegnern Napoleons) brachten politische Spannungen in den Modellstaat Westphalen.
Im Schlussteil beleuchtet Claudie Paye die Merkmale des Kommunikationsspektrums der westphälischen Gesellschaft sowie die Befunde zur westphälischen Sprachenfrage. Das verkürzte Fazit lautet: der französischen Sprache mächtig – mit der russischen gewappnet. Damit wird auf die Lage der Jahre 1812/13 angespielt; als die Streifscharen der Kosaken erwartet wurden.
Die akribische Untersuchung mit zahlreichen Fußnoten, die auf weiterführende Literatur oder Forschungskontroversen verweisen, wird durch einen umfangreichen wissenschaftlichen Apparat ergänzt. An einigen Stellen wären für den Leser tabellarische Übersichten recht hilfreich, beispielsweise so für die Verwaltungsstruktur von der unteren Ebene bis zum Präfekten, die Gliederung der sogenannten Hohen Polizei/Geheimpolizei und deren personeller Umfang, durchaus im Kontext der sprachlichen Kommunikation. Ausgeblendet bleibt leider der militärische Bereich, immerhin umfasste das westphälische Militär 1807 insgesamt ca. 25.000 Mann; später dienten allein etwa 28.000 in einem eigenen Armeekorps unter König Jerome in Rußland sowie weitere 8.000 Soldaten in Spanien. Darüber verliert die Autorin im dritten Teil ihrer Untersuchung nur einen Satz, die Garden kommunizierten in Französisch, die Linieninfanterie in Deutsch. Gerade die permanenten Rekrutierungen mit den damit verbundenen Kosten für Ausrüstung usw. belasteten den neuen Staat bis an die Grenze des Erträglichen und verschlechterten somit das Klima zwischen Beherrschten und Herrschern – wohl weit mehr als vorhandene Sprachbarrieren.
Zwar umfasst die umfangreiche Untersuchung 30 Abbildungen, diese sind allerdings nur schwarzweiß, teilweise zu klein oder im Druck zu dunkel geraten. In Anbetracht des stolzen Verkaufspreises könnte man Farbabbildungen von entsprechenden Stichen und Karikaturen erwarten. Manchmal wäre eine weitere Abbildung hilfreich, so etwa bei dem Kapitel über die Aneignung/Ablehnung des neuen Landeswappens.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, gerade auch in der europäischen Sichtweise auf die Thematik, dass die in Frankreich aufgewachsene und in München lebende Autorin vorlegt.