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  • Metadata

    • Document type
      Presentation (monograph)
      Author (Presentation)
      • Fehlberg, Frank
      Language (Presentation)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      Deutsch
      Author (Monograph)
      • Fehlberg, Frank
      Title
      Arbeitswert und Nachfrage
      Subtitle
      Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung
      Year of publication
      2017
      Place of publication
      Marburg
      Publisher
      Metropolis
      Series
      Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie
      Series (vol.)
      47
      Number of pages
      405
      ISBN
      978-3-7316-1235-3
      Subject classification
      Intellectual History, Economic History
      Time classification
      Modern age until 1900 → 19th century, 20th century, 21st century
      Subject headings
      Geschichte der Sozial- und Wirtschaftstheorie
      Geschichte der Volkswirtschaftslehre
      Nationalökonomie
      Sozialökonomik
      Sozioökonomie
      Sozialstaat
      Staatssozialismus
      Sozialdemokratie
      Sozialkonservatismus
      Karl Marx
      John M. Keynes
      recensio.net-ID
      bfd6353be2fe474eafab1ea8d9608c81
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Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung (presented by Frank Fehlberg)

Show table of contents

Vorwort 13

Einleitung 15

I. Der „Seher von Jagetzow“ 33
1. Der Philosoph aus der norddeutschen Einöde 35
2. Sozial- als Mikro- und Makroökonomik – Eine wirkungsgeschichtliche Spurensuche 53

II. Die Gesellschaftswirtschaft 67

II. a) Arbeitswert und Nachfrage – Theoretische Sozialökonomik 67
1. Soziale Ökonomie – Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit und des Erarbeiteten 70
2. Arbeits- und Werttheorie – Grundlagen des Wirtschaftens 77
2.1 Die Kosten der Güter – Zu Arbeit und Lohn 78
2.2 Der Tausch der Güter – Zu Arbeit und Wert 84
3. Rententheorie – Grundlagen der heutigen Verteilung 94
3.1 Die Begriffe Kapital, Kapitalismus und Klasse 96
3.2 Allgemeine Rententheorie 108
3.3 Boden- und Grundrententheorie 119
4. Geldtheorie – Geldform, Kredit, Investitionen 154
5. Krisentheorie – Relative Armut und fallende Lohnquote 175
6. Nachfragetheorie – Das Fazit 197

II. b) Mittel und Wege der Reform – Praktische Sozialökonomik 210
1. Normallohn und Arbeitsgeld 215
2. Steuern durch Steuern 224
3. Staatsinterventionen und Staatsbetriebe 230
4. Das Geld- und Bankenwesen 233
5. Die Außenwirtschaft – Der Weg zum europäischen Sozialstaat 236

III. Der Gesellschaftsstaat 243

III. a) Politisches Denken – Staatsökonomik 243
1. Sozialetatist – und Demokrat 245
2. Rodbertus als Politiker 250
3. Sozialer Cäsarismus, Konservatismus und Staatssozialismus 256
4. Arbeiterbewegung und Soziale Demokratie 268
5. Nation und Europa 287

III. b) Ausblicke in die Rezeptionsgeschichte 293
1. Rodbertusianer und Marxisten im deutschen Sozialismus nach 1875 293
2. Die Rezeption in den USA und Großbritannien 322
Exkurs: Rodbertus und Keynes 335

Der soziale Oikos 353

Quellen- und Literaturverzeichnis 367
Ausführliches Inhaltsverzeichnis 389
Personenregister 397

Karl Rodbertus (1805-1875) war einst für sein „Gesetz der fallenden Lohnquote“ in „sich selbst überlassenen“ Privatkapitalwirtschaften bekannt. Er gilt überdies als Begründer des preußischen Staatssozialismus. Die sozialwissenschaftliche Analytik seiner Gedankenwelt bietet jedoch wesentlich mehr – und sie gewinnt wieder an Aktualität. Der vorliegende Band will eine systematische Einführung in das Gesamtwerk geben und zugleich Ausblicke in die Rezeptionsgeschichte eröffnen.

Karl Marx schrieb in seinem „Kapital“, Rodbertus habe „das Wesen der kapitalistischen Produktion durchschaut“. Ferdinand Lassalle hielt ihn gar für den „größten deutschen Nationalökonomen“ seiner Zeit. Für einen Vordenker der Neoklassik, John B. Clark, war die Verknüpfung von Verteilungs- und Krisentheorie, die Rodbertus entwickelt hatte, noch von „großem wissenschaftlichen Interesse“. Eugen Böhm-Bawerk gestand Rodbertus einen sicheren Stand in der Theoriegeschichte zu und hielt ihn für den „liebenswürdigsten Sozialisten“. Joseph Schumpeter verortete seine wirkmächtige „Gesamtauffassung“ zwischen David Ricardo und Marx, außerdem habe er Grundbegriffe wie denjenigen der ökonomischen Renten geprägt. Rodbertus begriff moderne Ökonomie als „Gesellschaftswirtschaft“ und diese als überindividuelles Wirtschaftssubjekt. Er stützte sich in seiner Renten- und Verteilungstheorie auf Konzepte wie die „relative Armut“ und die gesamtwirtschaftliche „wirksame Nachfrage“. Er sprach von Geld nicht als Ware, sondern als „Kommunikationsmittel“ der Produktwert- und Produktverteilung und befürwortete kreditfinanzierte Konjunkturprogramme. Eine effektive Regulierung der Börsen versprach er sich von den „vereinigten Staaten Europas“. Als Landwirt hob er die natürlichen Grundlagen der Produktion hervor, vor deren Vereinnahmung durch das Privatkapital er nachdrücklich warnte.

Seine Spuren hinterließ Rodbertus im Sozialstaatsgedanken, in der Sozialdemokratie, im Sozialkonservatismus und in all jenen heute getrennt betriebenen Sozialwissenschaften, die er in einer „Gesellschaftswissenschaft“ der Sozioökonomie zusammengefasst sehen wollte.

Aus der Einleitung:

"Nicht eine ausführliche Biografie oder Würdigung der weitverzweigten Gedankengänge sowie ihrer ideengeschichtlichen Wirkung ist das Ziel des Unternehmens, sondern eine bei aller Komplexität knapp gehaltene Einführung. Diese soll ein rasches Vertrautwerden ermöglichen, die aktuellen Bezüge hervortreten lassen und Ausblicke in die Rezeptionsgeschichte gewähren, welche etwa die noch kaum tiefer verarbeitete Verwandtschaft rodbertusianischer und keynesianischer Theoreme thematisieren. Im Idealfall tritt dem Leser auf diese Weise die historische Genese einer kombinierten Nachfrage- und Sozialstaatstheorie vor Augen. Zudem soll in dieser Einführung der Dritte im Bunde nicht vergessen werden, der Zeitgenosse und in vielen Fragen streitbare sozialistische Verwandte Rodbertus’ – Karl Marx."

Aus dem Schlusskapitel "Der soziale Oikos":

"Das Scheitern der gewaltsamen proletarischen Revolution im 20. Jahrhundert skizzierte Rodbertus bemerkenswert klar als historische Möglichkeit – den darauf folgenden Rückzug der Gesellschaft in ihr privatkapitalwirtschaftliches ‚Schneckenhaus‘ ebenfalls. Die Entwicklungen seit 1989/90 legen jedenfalls das Eintreffen seiner Prophetie nahe. Mit dem Sieg des liberal-demokratischen Westens am ‚Ende der Geschichte‘ (Francis Fukuyama) stehen auch die Sieger des Kampfes der wirtschaftstheoretischen Anschauungen scheinbar fest. […] Diese heutige sich in Wertfreiheit kleidende Ordnungsphilosophie der Gleichgültigkeit, der die Zerrüttung des sozialen Rechtsgefühls zwischen Legalität und Legitimität als ‚vormarktliches‘ Geschehen nicht von Bedeutung ist und die damit dem allgemeinen Kulturpessimismus nichts entgegenzusetzen hat, war weder im Sinne des Moralphilosophen Smith noch im Sinne des mitunter düster mahnenden Propheten Rodbertus. Die von ihm formulierte praktische Aufgabe, alle Glieder der Gesellschaft möglichst gleichmäßig am Fortschritt der Produktivität teilhaben zu lassen, hat in Zeiten der zahlreichen individuellen wie sozialen Krisen nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt. Ein demokratisch legitimiertes Gemeinwesen, das es bei der Legalität derartiger ‚vormarktlicher‘ Ausnahmezustände bewenden lässt, riskiert, selbst einer zu werden."