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  • Metadata

    • Document type
      Presentation (monograph)
      Author (Presentation)
      • Dohmen, Matthias
      Language (Presentation)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      Deutsch
      Author (Monograph)
      • Dohmen, Matthias
      Title
      Geraubte Träume, verlorene Illusionen
      Subtitle
      Westliche und östliche Historiker im deutschen Geschichtskrieg
      Year of publication
      2015
      Place of publication
      Wuppertal
      Publisher
      Nordpark
      Series
      Wissenschaft
      Number of pages
      460
      ISBN
      9783943940107
      Subject classification
      Political History, Historiography
      Time classification
      20th century → 1900 - 1919, 20th century → 1920 - 1929, 20th century → 1940 - 1949, 20th century → 1950 - 1959, 20th century → 1960 - 1969, 20th century → 1970 - 1979, 20th century → 1980 - 1989, 20th century → 1990 - 1999
      Regional classification
      Europe → Western Europe → Germany
      Subject headings
      Antikommunismus
      Deutschland <Bundesrepublik>
      Deutschland <DDR>
      Geschichte 1950-1970
      Geschichtsbild
      Das Jahr 1923
      Kalter Krieg
      BRD/DDR
      Arbeiterregierung
      FDJ
      SPD/KPD
      SED/SPD
      recensio.net-ID
      774a9369e012402d888e0a8d0fd860a8
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Matthias Dohmen: Geraubte Träume, verlorene Illusionen. Westliche und östliche Historiker im deutschen Geschichtskrieg (presented by Matthias Dohmen)

Cold War ist not Old War

Im Deutschen gibt es die Redewendung „Das Kind ist seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten“. So war es auch mit dem „Kampf“ der Historiker in den beiden deutschen Staaten, die in den 1950er- und 1960er-Jahren nicht minder gehässig miteinander umgingen wie die führenden Politiker der beiden deutschen Staaten. Sie rangen um die Deutungsmacht gegenüber der Weimarer Republik, deren Untergang nicht wenige Geschichtsschreiber aktiv herbeigeschrieben und begleitet hatten.

Die Scharmützel bezogen sich nicht nur auf die Zeiten der Novemberrevolution und des Aufkommens des Nationalsozialismus, sondern auch auf das „Scharnierjahr“ 1923, das geprägt war von einer gewaltigen Inflation, dem Auftreten von Heilslehrern, der französisch-belgischen Besetzung des Rheinlands, dem ersten (noch gescheiterten) Marsch Hitlers auf die Münchener Feldherrenhalle und zwei Landesregierungen in Sachsen und in Thüringen, die aus Sozialdemokraten und Kommunisten gebildet worden und angetreten waren, die in ihren Augen nur halbvollendete Novemberrevolution zu Ende zu führen.

Erst in den 1980er-Jahren kam es wieder zum Anknüpfen von Begegnungen von Historikern aus der Bundesrepublik und der DDR und sogar zu gemeinsamen Projekten wie einem Buch über den Zweiten Weltkrieg. Für wenige Wochen reüssierten Gedanken an ein nichtkapitalistisches Europa, die in Ost und West 1945 Vertreter der – oftmals aus den Konzentrationslagern kommenden – Arbeiterbewegung und der beiden großen christlichen Kirchen bewegt hatten.

Eine zentrale These meines Buchs lautet: Der Kalte Krieg ist 1989/1990 nur scheinbar beendet worden.

Das Werk ist neben Einleitung, zusammenfassenden Bemerkungen und Anhängen in sechs Kapitel gegliedert, von denen das erste ausschließlich aus Zitaten besteht. In der Mitte befindet sich ein Kapitel, in dem die deutsch-deutschen Auseinandersetzungen aus dem Blickwinkel von Historikern aus dem neutralen Finnland beleuchtet werden. Hilfreich sind 330 Kurzbiographien von Historikern. Ausführliche „Stichworte“ beleuchten Kardinalbegriffe wie Arbeiterregierung, die Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend, den Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, den Antikommunismus und das Begriffspaar marxistisch/nichtmarxistisch.