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  • Metadaten

    • Dokumenttyp
      Präsentation (Aufsatz in Sammelband)
      Autor (Präsentation)
      • Helling, Silke
      Sprache (Aufsatz)
      Deutsch
      Sprache (Präsentation)
      Deutsch
      Autor (Aufsatz)
      • Helling, Silke
      Titel (Aufsatz)
      Schlaglichter auf eine frühe Journalistin und politische Lobbyistin
      Untertitel
      Else Frobenius (1875-1952)
      Seiten
      141-156
      Herausgeber
      • Auga, Ulrike
      • Bruns, Claudia
      • Harders, Levke
      • Jähnert, Gabriele
      Titel (Sammelband)
      Das Geschlecht der Wissenschaften. Zur Geschichte von Akademikerinnen im 19. und 20. Jahrhundert
      Erscheinungsjahr
      2010
      Erscheinungsort
      Frankfurt am Main
      Verlag
      Campus
      Umfang
      337
      ISBN
      978-3-593-39148-9
      Thematische Klassifikation
      Bildungs-, Wissenschafts-, Schul- und Universitätsgeschichte, Geschichte des Journalismus, der Medien und der Kommunikation, Geschlechtergeschichte, Sozial- und Kulturgeschichte
      Zeitliche Klassifikation
      20. Jahrhundert → 1900 - 1919
      Regionale Klassifikation
      Europa → Westeuropa → Deutschland
      Schlagwörter
      Akademikerin
      Frauenstudium
      Geschlechterforschung
      Frobenius, Else
      recensio.net-ID
      14f9d8cb3c32f55f892b2b2ad6782dcb
  • Zitierhinweis

    • Helling, Silke: Präsentation von: Helling, Silke, Schlaglichter auf eine frühe Journalistin und politische Lobbyistin. Else Frobenius (1875-1952), in: Auga, Ulrike / Bruns, Claudia / Harders, Levke / Jähnert, Gabriele (Hg.), Das Geschlecht der Wissenschaften. Zur Geschichte von Akademikerinnen im 19. und 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main, Campus, 2010, S. 141-156 https://www.recensio.net/r/14f9d8cb3c32f55f892b2b2ad6782dcb

  • Lizenzhinweis

    • Dieser Beitrag unterliegt der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung (CC-BY-NC-ND), darf also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier:

      http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de
  • Links

Silke Helling: Schlaglichter auf eine frühe Journalistin und politische Lobbyistin. Else Frobenius (1875-1952) (präsentiert von Silke Helling)

Der Aufsatz gibt weiblicher Existenz am Beispiel der Berliner Journalistin und Lobbyistin Else Frobenius biografisch ein Gesicht. Er leistet einen Beitrag zur Geschichte von Akademikerinnen im frühen 20. Jahrhundert und zur autobiografischen Erinnerungskultur. Dabei folgt er dem übergeordneten methodischen Anliegen des Bandes - einer differenzierten Analyse des wirkmächtigen Verhältnisses von Geschlecht und Wissenschaften, speziell den Korrelationen von Wissen, Macht und Weiblichkeit sowie den Fragen nach Aufbruch, Teilhabe und Exklusionen.

Der Aufsatz thematisiert Else Frobenius‘ Jahre an der Berliner Universität (1908-1911), als sie in der Phase des Übergangs zur Immatrikulationsberechtigung im minderprivilegierten Status einer Gasthörerin studierte. Eingangs steht die Darstellung von Quellensituation und Relevanz der Akteurin, ergänzt durch eine biografische Skizze der gebürtigen Baltendeutschen und späteren überzeugten Nationalsozialistin. Anschließend werden auf der Basis autobiografischer Schriften (1943/44; 1951) die Lebens- und Studienbedingungen von Frobenius vorgestellt und historisch kontextualisiert: Wie ist die Akteurin in die Gruppe der Berliner Studentinnen einzuordnen? Wo lagen ihre inhaltlichen Schwerpunkte? Auf welchen Vorkenntnissen und welcher finanziellen Basis fußte ihre Ausbildung? Wie lernte und wohnte sie?

Mit dem Studienschwerpunkt „deutsche Literatur“ wandte sich Frobenius einem von Frauen überproportional frequentierten Studienfeld zu. Altersmäßig lag sie mit knapp 33 Jahren oberhalb des mit 25 ohnehin höheren Durchschnittsalters der ersten Studentinnengeneration. Ihre Vorbildung „Höhere Töchterschule mit Lehrerinnenzeugnis“ integrierte sie diesbezüglich in die vergleichsweise größte Gruppe der als Gasthörerinnen zugelassenen Frauen. Für die ersten zwei Semester galt eine volle elterliche Finanzabsicherung, später strebte die Tochter durch journalistischen Zuverdienst konsequent nach Unabhängigkeit. Else Frobenius löste ihre geschlechtlich bedingten Unterkunfts- und Verpflegungsprobleme vergleichsweise geschickt, kostengünstig und arbeitseffektiv, auch mit Hilfe landsmannschaftlicher Kontakte.

Im zweiten Teil werden Aussagen zu Geschlecht und Bildungspartizipation untersucht, die Frobenius in ihrem autobiografischen Schrifttum konturierte. Wie äußerte sich die Protagonistin zu Lehrenden und Förderern sowie zum geschlechtlich segregierten Bildungszugang? Die Analyseergebnisse speisen sich aus durchweg positiv gewichteten Erinnerungen und veranschaulichen die rückblickend hohe Wertschätzung der erweiterten bildungspolitischen Aktionsräume. Eine zentrale Rolle schreibt Frobenius dem als Mentor empfundenen zeitgenössisch prominenten Literaturhistoriker Erich Schmidt (1855-1913) zu. Nur mit einem winzigen kommentarlosen Splitter geht sie dagegen auf das Konfliktpotenzial ein, das der universitären Atmosphäre aus dem Frauenstudium erwuchs.

Schließlich wird im Beitrag besonderes Augenmerk auf autobiografische Leerstellen bezüglich jüdischer Sozialkontakte gerichtet. Es wird herausgearbeitet, dass Frobenius der ab 1933 rassisch diskriminierten Frauenrechtlerin Alice Salomon (1872-1948) ebenso jeglichen Raum in ihrem Selbstzeugnis verwehrt, wie einem wohlwollenden Berliner Hochschullehrer jüdischer Herkunft.

Nach ihrem Studium war Else Frobenius außerhalb der Wissenschaft tätig. Ihr gelang der Einstieg in den Journalismus als Beruf und sie fand in kolonialem Lobbyismus und völkischer Propagandaarbeit neue Schwerpunkte, mit denen sie sich auch persönlich stark identifizierte. So, wie sie als Studentin mit dem Vorsatz angetreten war, aus den vorgefundenen Rahmenbedingungen für sich größtmöglichen Nutzen zu erzielen, so agierte sie auch im weiteren Lebensverlauf. Diesem widme ich mich im Rahmen meines Dissertationsprojektes zu Biografie, Selbstzeugnissen und Werk, das institutionell bei Prof. Angelika Schaser am Historischen Seminar der Universität Hamburg angebunden ist.