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  • Metadata

    • Document type
      Presentation (monograph)
      Author (Presentation)
      • Ambrosch-Baroua, Tina
      Language (Presentation)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      Deutsch
      Author (Monograph)
      • Ambrosch-Baroua, Tina
      Title
      Mehrsprachigkeit im Spiegel des Buchdrucks
      Subtitle
      Das spanische Italien im 16. und 17. Jahrhundert
      Year of publication
      2015
      Place of publication
      Köln
      Publisher
      MAP
      Number of pages
      436
      ISBN
      978-3-946198-08-6
      Subject classification
      History of journalism, media and communication, Historical Linguistics
      Time classification
      Modern age until 1900 → 16th century, Modern age until 1900 → 17th century
      Regional classification
      Europe → Southern Europe → Italy
      Subject headings
      Mehrsprachigkeit
      Italienische Sprachgeschichte
      Buchdruck
      Italienisch-spanischer Sprachkontakt
      Frühe Neuzeit
      recensio.net-ID
      e74b6174ed6a4ce99ca5d6598f56b40c
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Tina Ambrosch-Baroua: Mehrsprachigkeit im Spiegel des Buchdrucks. Das spanische Italien im 16. und 17. Jahrhundert (presented by Tina Ambrosch-Baroua)

Show table of contents

1. Einleitung: Perspektivenwechsel

2. Historischer Überblick
2.1 Spanien in Italien: historische Skizze einer “composite monarchy” (1503-1707)
2.2 Der Buchdruck in Italien: historische Skizze der Gutenberg-Galaxis (1465-1700)

3. Forschungsdiskussion: Sprachgeschichtsschreibung aus der Mono-Perspektive des »occhio bembizzato« und aus einer kommunikationsraumbasierten Perspektive
3.1 Der Buchdruck in der italienischen Sprachgeschichtsschreibung – mehr als Standardisierungsfaktor und Kodifikationsort
3.2 Der italienisch-spanische Sprachkontakt in der italienischen Sprachgeschichtsschreibung – mehr als lexikalische Einflussnahme
3.3 Mehrsprachigkeit und die Rolle des Buchdrucks im spanischen Italien

4. Methodik
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Quellenbasis: Überlieferungs- und Katalogisierungsproblematik
4.3 Korpuserstellung und -beschreibung
4.4 Auswertungsprämissen und methodische Grenzen

5. Analyse des Gesamtkorpus: sprachliche, geografische und diskurstraditionelle Distribution

6. Analyse von vier Teilkorpora
6.1 Sardegna spagnola
6.2 Sicilia spagnola
6.3 Milanesado
6.4 Napoli spagnola
6.5 Kontrastive Ergebnisdiskussion der vier Teilkorpora

7. Perspektiven- und Datenvielfalt bis Manzoni und Marconi

Im 16. und 17. Jahrhundert zählten weite Teile Italiens zum spanischen Herrschaftsgebiet. Allein in Anbetracht der langen Dauer des Sprachkontakts von rund 200 Jahren ist es bemerkenswert, aber auch der traditionellen Verklammerung von italienischer Sprachhistoriographie und Nationalgeschichtsschreibung geschuldet, dass erst in jüngster Zeit der Kommunikationsraum des spanischen Italien im Spiegel seiner Mehrsprachigkeit zum Forschungsgegenstand wurde.

Mit der Fokussierung auf vier spanisch beherrschte Großräumen – den zwei Metropolen Neapel und Mailand sowie den zwei Inseln Sizilien und Sardinien – stellt die Arbeit demnach eine grundlegende und umfassende Fall- und Vergleichsstudie zur Geschichte der Mehrsprachigkeit und des Buchdrucks der Italia spagnola dar. Erstmals kommt darin, auch in methodologischer Hinsicht, der Buchdruck als Indikator für Mehrsprachigkeit – und nicht wie bisher in der Forschung als Gradmesser für die Toskanisierung – zum Tragen. Das auf Basis einer eigens erstellten und online verfügbaren Titel-Datenbank von über 3.000 spanischen, zwei- und mehrsprachigen Druckwerken gewonnene Korpus ("TISIT16-17") machte sich eine quantifizierende und qualifizierende Methodenkombination zu Nutze: Die statistischen Resultate der Buchproduktion und der damit einhergehenden Sprachen- und Domänendistribution wurden mit qualitativen Kommentaren zu exemplarischen Einzelwerken ergänzt bzw. validiert. Folgende Fragen wurden dabei erörtert: Wie schlägt im spanischen Italien Mehrsprachigkeit im Allgemeinen und die spanische Sprache im Besonderen konkret ›zu Buche‹? In welchen Diskursdomänen wird Spanisch wie häufig verwendet? Welche Kompetenzprofile der Produzenten und Rezipienten lassen sich von einzelnen Druckwerken qualitativ ableiten? Welche zielgerichtete Mehrsprachigkeit in Form von Sprachlehrwerken ist nachzuweisen? Welche mehrsprachigen Praktiken sind anhand der Drucke zu rekonstruieren? (Wie) wird über Zweisprachigkeit oder Mehrsprachigkeit reflektiert; (wie) wird sie thematisiert und bewertet? Wie konfigurieren sich im Sinne der perzeptiven Varietätenlinguistik der Kommunikationsraum und die ständige Erfahrung der spanischen Sprache im Bewusstsein der Kommunikanten? Ziel war es also, den Hispanisierungsgrad des spanischen Italien anhand der quantifizierten gedruckten Schriftlichkeit zu ermitteln und anhand ausgewählter Druckwerke und ihrer Paratexte die Praktiken von Mehrsprachigkeit, die Einstellungen gegenüber der spanischen Sprache sowie bewusst gewordene Sprachproblematik zu diskutieren.

Obgleich insgesamt der spanische Produktionssektor als ein Randphänomen mit beschränktem Adressatenkreis zu definieren ist und demzufolge eine elitäre Mehrsprachigkeit für die Italia spagnola im Spiegel des Buchdrucks als wesentlich zu deklarieren ist, so lassen die jeweiligen empirischen Befunde der vier Teilkorpora markante regionale Unterschiede hervortreten – jeder der vier kommunikativen Räume weist also sein spezifisches Mehrsprachigkeitsprofil auf.

Die Kontrastierung der vier Einzelfälle mündet schließlich in einer Typologie. Die Fallrekonstruktionen belegen im Vergleich, dass das spanische Sardinien, nicht nur wegen der existierenden Sprachpolitik, den Ausnahme- bzw. Extremfall von problemorientierter Mehrsprachigkeit und Hispanisierung darstellt, während sich die anderen drei Territorien (Regno di Napoli, Regno di Sicilia, Milanesado) zu einem zweiten Typus bündeln: Sie lassen sich aufgrund ihres pragmatischen, meist stillschweigend konventionalisierten Umgangs mit Mehrsprachigkeit als buchstäbliche Normalfälle von Sprachkontakt einstufen.