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Wigbert Benz: Der Hungerplan im "Unternehmen Barbarossa" 1941 (präsentiert von Wigbert Benz)


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Zig Millionen Menschen sollten in den besetzten Gebieten der Sowjetunion verhungern, um Nahrungsmittel für Wehrmacht und deutsche Bevölkerung frei zu machen. So sahen es die vor Beginn des Russlandfeldzuges in Görings Vierjahresplanbehörde ausgearbeiteten wirtschaftspolitischen Richtlinien vor. Wegen des gescheiterten Blitzkrieges konnten die Planungen nicht im vollen Umfang realisiert werden. Trotzdem verhungerten mehrere Millionen Menschen. Die Studie analysiert die dokumentarischen Grundlagen dieses Hungerplans und beleuchtet die Zustimmung Hitlers, Görings, Rosenbergs und Himmlers. Sie fokussiert die Ergebnisse der internationalen Forschung zu diesem NS-Großverbrechen, das alleine in Leningrad eine Million Einwohner und mehr als zwei Millionen in deutschem Gewahrsam befindliche sowjetische Kriegsgefangene dem Hungertod auslieferte.

Im Unterschied zu bisherigen Untersuchungen werden die Dokumente und Planer  auch im Kontext des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher erörtert, während bislang dieser Rahmen weniger beachtet blieb und die Dokumente eher losgelöst davon referiert wurden. So aber wird jetzt z.B. deutlich, dass Göring in Nürnberg sehr wohl auch für seine Verantwortung an der Hungerplanung, konkret der in der "Grünen Mappe" vorgesehenen Umleitung von Lebensmitteln weg von den Einwohnern der UdSSR hin zu deutschen Zwecken,  verurteilt wurde. Der Scheinwiderspruch von Hungerplan und Hungerkalkül wird erörtert und geklärt. Zudem wird die hohe Wertschätzung, die den Chefplanern Staatssekretär Herbert Backe und General Georg Thomas von Hitler und Göring zuteil wurde, sowie die Zustimmung von Hitler, Göring, Rosenberg und Himmler zu diesem Hungervorhaben konzentriert dargestellt, dabei werden auch die  Ausführungen Hitlers in dessen Denkschrift 1936 zum Vierjahresplan berücksichtigt.