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  • Metadata

    • Document type
      Presentation (monograph)
      Author (Presentation)
      • Braun, Martin Otto
      Language (Presentation)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      Deutsch
      Author (Monograph)
      • Braun, Martin Otto
      Title
      An den Wurzeln der Tugend
      Subtitle
      Rheinischer Adel und Freimaurerei 1765-1815
      Year of publication
      2015
      Place of publication
      Köln
      Publisher
      Modern Academic Publishing
      Number of pages
      330
      ISBN
      978-3-95896-000-8
      Subject classification
      Intellectual History
      Time classification
      Modern age until 1900 → 18th century, Modern age until 1900 → 19th century
      Regional classification
      Europe
      Subject headings
      Adel
      Selbstverständnis
      Freimaurerei
      Esoterikforschung
      recensio.net-ID
      84ccc6c70ab94c4f9327c7edf0ed99c3
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Martin Otto Braun: An den Wurzeln der Tugend. Rheinischer Adel und Freimaurerei 1765-1815 (presented by Martin Otto Braun)

Show table of contents

Danksagung und Widmung IX
English Summary XIII
I. An den Wurzeln der Tugend – eine Einführung 1
I.1 Methodik 11
I.2 Forschungsstand 14
I.3 Gliederung und Quellenlage 23

II. Die Stammbäume der Tugend – Zur Funktion adliger Memoria
um 1750 31
II.1 Meminisse juvabit – Mythos und adlige Kavalierstour 31
II.2 »Lebens-Art« – Ausweis der Adligkeit 36
II.3 Lasterhafter Lebenswandel als Dilemma adliger »Blutsideologie« 43
II.4 Das »Esoterische« in seiner Beziehung zur adligen Memoria 49
III. Von der Aufdeckung des Ursprungs – Ansichten über die Entstehung
des Adels im Umfeld der ersten englischen Großloge 53

III.1 Die Geschichtsschreibung der Constitutions von 1723 als
Genealogie der »Race of Noah« 53
III.2 »Royal Genealogies« – James Anderson als Adelsgenealoge 59

IV. Verborgene Wurzeln – Ars memoriae und Metempsychose 65
IV.1 Beschleunigte Wiedergeburt – Freimaurerisches Ritual als
Veredelungsprozess der Seele 65
IV.2 »Feine Seelen« – Verbindungen hermetisch-alchemistischer
Vorstellungen zur adligen »Blutsideologie« 71
IV.3 Blut als ›flüssiges Gedächtnis‹ – Die Übertragung »geistiger
Bilder« als frühmoderne Vorstellung zur »Rassengenese« 77
IV.4 »Racines cachées« – Die Lehre der Metempsychose in ihrem
Einfluss auf die freimaurerischen Rittergrade 89

V. Rheinischer Adel und Freimaurerei des Ancien Régime –
Die Düsseldorfer Adelsloge La Parfaite Amitié 97
V.1 Die Loge La Parfaite Amitié und ihre Mitglieder 97
V.2 Die Beziehungen des Freiherrn Alexander von Merode-Hoffalize
zur Straßburger Adelsloge La Candeur 101
V.3 Bezüge des Hochgrades eines Chevalier Rose-Croix zur Lehre
der Metempsychose 106
V.4 Reichsgraf Johann Ludwig Franz von Goltstein als Propagator
und grenzüberschreitender Vermittler (natur-)wissenschaftlicher
Forschungen 115
V.5 Friedrich Heinrich Jacobi und seine adligen Förderer 121
V.6 Die Auflösung der Parfaite Amitié und der Verbleib ihrer adligen
Mitglieder 132
V.7 Der »Werth des Lebens« – Die Krise der aristokratischen
Freimaurerei zum Ende des Ancien Régime 138

VI. Rahmenbedingungen: Freimaurerei in Frankreich nach 1789 143
VI.1 Ein Anfang vom Ende? Der Kölner Logenstreit der Jahre 1809/10
und seine karnevalistischen Ausuferungen 143
VI.2 Der politische Gehalt der französischen Freimaurerei nach 1789 148

VII. Rheinischer Adel und Freimaurerei nach 1789 – Das Beispiel Joseph
zu Salm-Reifferscheidt-Dycks 157
VII.1 Die Familie der Altgrafen zu Salm-Reifferscheidt und ihre
Beziehungen zur Wiener Freimaurerei 157
VII.2 Die Mitglieder des Salons der Constance de Salm und das
Projekt der Idéologie 164
VII.3 Wissenschaftler, Künstler, Logenbrüder – Verbindungen der
Idéologie in die französische Freimaurerei 173
VII.4 Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dycks Weg durch die
Hochgradfreimaurerei im Paris des Premier Empire – ein Überblick 177
VII.5 Die Metempsychose als politische Fiktion – Alexandre Lenoirs
Vorlesungsreihe anlässlich der Convents philosophiques des
Jahres 1812 189
VII.6 Taxierte Seelen – Naturwissenschaftliche Analytik in ihrem
Einfluss auf das zeitgenössische Verständnis des freimaurerischen
Rituals in der Zeit des Premier Empire 196
VII.7 »... et prendre racine dans leur âme.« – Das gedankliche und
personale Umfeld Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dycks in der
Pariser Loge Les Commandeurs du Mont Thabor 205
VII.8 Die Akademie der Weisheit – Joseph zu Salm-Reifferscheidt-
Dyck als Vermittler des Rit écossais philosophique 219

VIII. An den Grenzen der Wissenschaft – ein Ausblick 235

IX. Fazit 251


Anhang 257
A Tabellarische Übersicht rheinischer adliger Freimaurer 1765–1815 257
B Transkription: Discours Historique des 32. Grades des
Rite écossais ancien accepté 266
Freimaurerische Abkürzungen 269
Quellenverzeichnis 271
Literaturverzeichnis 283
Institutionen- und Logenregister 307
Personen-, Sach- und Ortsregister 309

READ ENGLISH SUMMARY (AT THE ROOTS OF VIRTUE. RHENISH NOBILITY AND FREEMASONRY 1765-1815)

Die Studie untersucht das Verhältnis des rheinischen Adels zur Freimaurerei. Ein zeitlicher Schwerpunkt liegt auf den Jahren 1765 bis 1815. Sie geht dabei insbesondere der Frage nach, weshalb die Freimaurerei des 18. Jahrhunderts überhaupt für den Adel attraktiv erschien. Eine Grundthese der Studie ist, dass dieses Interesse zunächst auf der guten Verträglichkeit der Freimaurerei mit der adligen Blutsideologie und einer auf mythischen Geschichtskonstruktionen beruhenden esoterischen Selbstsicht der Adligen bzw. der Freimaurerei beruhte.

Im Sinne alchemistischer Theorien des 17. Jahrhunderts ging man insbesondere in aristokratischen Freimaurerlogen davon aus, dass das Blut ein "flüssiges Gedächtnis" darstellte, das die zu Lebzeiten erfahrenen Eindrücke in sich aufnahm. Das freimaurerische Ritual sollte in diesem Verständnis besondere Tugenden eindrücklich darstellen, ihre Vererbung gewährleisten und die "Veredelung" der nächsten Generation sichern.

Mit der Weiterentwicklung der Naturwissenschaften wurde die adlige Blutsideologie mehr und mehr diskreditiert. Dies hatte zur Folge, dass insbesondere bürgerliche Logen die Theorie von der Einprägsamkeit der Bilder in das Blut nicht länger verteidigten, sondern parallel zu den Entwicklungen in den zeitgenössischen Naturwissenschaften stattdessen die Intelligenz des Menschen in den Vordergrund rückten. Die mit der adligen Blutsideologie verbundenen rassischen Vorstellungen fielen durch diesen Wandel jedoch nicht weg. Vielmehr wurde in den Logen das Ideal des "Blutsadels" durch das des "Adel des Intellekts" ersetzt. Die mit der adligen Blutsideologie in die Logen hineingetragenen rassischen Vorstellungen des Adels überdauerten durch diese "Transformation des Esoterischen" auf das Bürgertum die Wende zum 19. Jahrhundert. Durch die zunehmende Diskreditierung der adligen Blutsideologie innerhalb der bürgerlich dominierten Logen wurde die Freimaurerei für das Gros des rheinischen Adels uninteressant. Dieser zog sich aus diesem Grund aus der Freimaurerei mehr und mehr zurück und pflegte sein überkommenes Selbstbild in eigenen Zirkeln.