You are here: Home / Reviews / Journals / sehepunkte / 12 (2012) / 04 / Die Karikatur im Geschichtsunterricht
Social Media Buttons fb twitter twitter twitter
  • Metadata

    • Document type
      Review (monograph)
      Journal
      sehepunkte
      Author (Review)
      • Kuchler, Christian
      Language (Review)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      Deutsch
      Author (Monograph)
      • Schnakenberg, Ulrich
      Title
      Die Karikatur im Geschichtsunterricht
      Year of publication
      2012
      Place of publication
      Schwalbach
      Publisher
      Wochenschau-Verlag
      Series
      Methoden Historischen Lernens
      Number of pages
      176
      ISBN
      978-3-89974-757-7
      Subject classification
      History of education
      Time classification
      21st century → 2000-2009
      Regional classification
      Europe → Western Europe → Germany
      Subject headings
      Geschichtsunterricht
      Karikatur
      Original source URL
      http://www.sehepunkte.de/2012/04/21512.html
      recensio.net-ID
      eff842eab9590b572fde0e04e766758a
      DOI
      10.15463/rec.1189738382
  • Citation rules

  • Terms of licence

    • This article may be downloaded and/or used within the private copying exemption. Any further use without permission of the rights owner shall be subject to legal licences (§§ 44a-63a UrhG / German Copyright Act).

Ulrich Schnakenberg: Die Karikatur im Geschichtsunterricht (reviewed by Christian Kuchler)

sehepunkte 12 (2012), Nr. 4

Ulrich Schnakenberg: Die Karikatur im Geschichtsunterricht

Karikaturen gehören zum Kanon der historischen Bildquellen, insbesondere für den Geschichtsunterricht trifft diese allgemeine Formulierung zu. Daher ist es erfreulich, dass der Moerser Studienrat und Geschichtsdidaktiker Ulrich Schnakenberg nach einem Arbeitsheft nun auch eine Monographie zu deren Einsatz im Geschichtsunterricht vorlegt. [ 1 ] In der unterrichtspraktisch orientierten Reihe "Methoden des historischen Lernens" ordnet er zunächst die Karikatur in die aktuelle "Bilderflut" (11) ein, gibt anschließend einen Überblick über deren Geschichte und stellt medientheoretische Überlegungen an, ehe er auf geschichtsdidaktische Potentiale der Quellenart zu sprechen kommt.

Die Abhandlung fußt auf der Überzeugung, dass Karikaturen in der aktuellen Medienwelt weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen. Wiederholt führt der Autor als Beleg für diese These die Auseinandersetzung um die Mohammed-Karikaturen an. Mit einer knappen einleitenden Darstellung der historischen Entwicklung der Gattung Karikatur wird deren Relevanz unterstrichen.

Welche Argumente dagegen für den Einsatz im Geschichtsunterricht sprechen, benennt der Verfasser zunächst nur in einer tabellarischen Zusammenstellung. Doch auch im einschlägigen Kapitel zum Einsatz der politischen Karikatur im Geschichtsunterricht verzichtet er auf eine vertiefte Analyse. So behauptet Schnakenberg wiederholt, dass "jeder Geschichtslehrer" bestätigen könne, dass Schülerinnen und Schüler "zumeist sehr gern" mit Karikaturen arbeiten (75). Belege dafür oder Hinweise, wie diese Begeisterung methodisch geweckt werden könnte, legt er allerdings nicht vor. Auf Grund eigener Unterrichtserfahrungen hätte sich der Rezensent gerade in diesem Punkt Anregungen und Hinweise erhofft, da meine Lerngruppen weit weniger begeistert auf den Einsatz von Karikaturen im Geschichtsunterricht reagierten.

Neben der Motivation durch Karikaturen finden sich auch zu anderen Themenbereichen, etwa der Ausprägung von Fragekompetenz und narrativer Kompetenz, nicht die notwendigen umfassenden Ausführungen. Besonders anschaulich wird dies beim Stichwort der ästhetischen Dimension. Dass diese durch Karikaturen im Geschichtsunterricht unterstützt werden kann, wird vom Autor postuliert. Vertieftere Informationen dazu erhält der Leser jedoch nicht, da dieses sicher auch für das historische Lernen ertragreiche Feld in nur 15 Zeilen abgehandelt wird. Eine wirklich vertiefte Auseinandersetzung mit der postulierten ästhetischen Dimension von Karikaturen kann auf diesem engen Raum nicht stattfinden.

Nach einem knappen Kapitel zur Rolle von Karikaturen in aktuellen Schulbüchern folgen vielschichtige Hinweise zum Umgang mit Quellen im Geschichtsunterricht und unterrichtspraktische Beispiele. Dabei entwickelt der Autor sinnvolle Schemata zur Arbeit mit Karikaturen, die er erfreulicherweise selbst an einem Beispiel vertieft. Wertvoll für Lehrende sind besonders die Warnungen vor "Tücken und Fallstricken der Karikaturarbeit" (112f). Zuletzt präsentiert der Autor eine Reihe von zumeist eher unbekannten Karikaturen, für welche er, wie dies aber auch mehrfach bereits geschehen ist [ 2 ], unterrichtspraktische Anregungen und Erläuterungen beisteuert.

Insgesamt legt Ulrich Schnakenberg mit Die Karikatur im Geschichtsunterricht ein Werk vor, das erstmals seit mehreren Jahrzehnten diesen Aspekt des Geschichtsunterrichts umfassend beleuchtet. In der Darstellung überwiegen jedoch allgemeine Informationen zur Gattung, die genuin geschichtsdidaktischen Potentiale der Quellengattung Karikatur hätten dagegen noch stärker in den Mittelpunkt rücken können. Insgesamt aber bietet das Werk ertragreiche Anregungen vor allem für interessierte Lehrkräfte des Faches Geschichte.


Anmerkungen :

[ 1 ] Ulrich Schnakenberg: Geschichte in Karikaturen. Karikaturen als Quelle - 1945 bis heute, Schwalbach 2011.

[ 2 ] Exemplarisch: Klaus Fieberg (Hg.): Karikaturen im Kontext (CD-Rom), Braunschweig 2003.