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  • Metadata

    • Document type
      Review (monograph)
      Journal
      sehepunkte
      Author (Review)
      • Geus, Klaus
      Language (Review)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      English
      Author (Monograph)
      • Coedès, George
      Title
      Texts of Greek and Latin Authors on the Far East
      Subtitle
      I: Texts and Translations
      Year of publication
      2010
      Place of publication
      Turnhout
      Publisher
      Brepols Publishers NV
      Series
      Studia Antiqua Australiensia
      Series (vol.)
      4
      Number of pages
      XXXVIII, 185
      ISBN
      978-2-503-53366-7
      Subject classification
      History of literature
      Time classification
      until 499 AD → 1st - 5th century AD, Middle Ages → 6th - 12th century, Middle Ages → 13th century, Middle Ages → 14th century
      Regional classification
      Ancient World → Greece / ancient, Ancient World → Roman Empire
      Subject headings
      Ostasien
      Literatur
      Original source URL
      http://www.sehepunkte.de/2012/05/19640.html
      recensio.net-ID
      719c2a5ef693d041d705922ddb54d9c9
      DOI
      10.15463/rec.1189738521
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George Coedès: Texts of Greek and Latin Authors on the Far East. I: Texts and Translations (reviewed by Klaus Geus)

sehepunkte 12 (2012), Nr. 5

George Coedès: Texts of Greek and Latin Authors on the Far East

Der französische Orientalist George Coedès (1886-1969) publizierte zu Beginn seiner illustren Karriere eine kaum beachtete Sammlung von lateinischen und griechischen Texten zur Geschichte des Fernen Orients (Textes d'auteurs grecs et latins relatifs à l'Extrême-Orient depuis le IV e siècle av. J.-C. jusqu'au XIV e siècle, Paris 1910). Dieses Buch wurde 1977 vom Olms-Verlag (was dem australischen Herausgeber anscheinend unbekannt ist) und 1979 von Ares Publishers nachgedruckt und erscheint nun in einer englischen Übersetzung. Die griechischen und lateinischen Texte stammen aus der Originalausgabe, beruhen also fast alle auf veralteten Editionen aus dem 19. Jahrhundert. Angesichts der Tatsache, dass für historische, philologische, sprachwissenschaftliche oder geographische Forschungen über Ostasien in der Antike, gerade bei den Ethnika und Toponymen, die Kenntnis des in den Handschriften überlieferten Lautstandes unentbehrlich ist, stellt dies trotz des Verweises auf Copyright-Probleme (xiii) eine zweifelhafte Entscheidung dar. Wie das französische Original enthält auch die englische Ausgabe nur in Einzelfällen einen apparatus criticus und kommentierende Anmerkungen. Laut dem Vorwort ist allerdings ein zweiter Band von Sam Lieu und John Sheldon geplant, der einen wissenschaftlichen Kommentar enthalten soll und damit erst das spröde Quellenmaterial erschließt.

Das knappe Vorwort von Sam Lieu informiert vor allem über Coedès' Leben. Die in vielen Punkten veraltete, aber immer noch lesbare Einführung von Coedès ist in englischer Übersetzung beigefügt. Der Großteil des Buches besteht aus Zitaten von insgesamt 92 antiken und mittelalterlichen Autoren. Was Coedès hier zusammengetragen hat, erstaunt und verdient höchsten Respekt. Dem Rezensenten sind nur unbedeutende Lücken (Ptol. tetr. II 3, 73; Cass. Dio XLII 24, 2; Aethic. I 6f.; 38; II 5; Caesar. 2, 109; Cedr. Scyl. 154 A; Phranzes III 2, 49) aufgefallen. Die Entscheidung der Herausgeber, trotz des Titels und trotz der Tatsache, dass sie praktisch unverändert Coedès' Vorlage gefolgt sind, auch einen (!) syrischen Text (aus dem Liber legum nationum des Pseudo-Bardesanes) einzufügen, verblüfft. Wenn es um eine Erweiterung oder auch nur um das Ausfüllen von Lücken im Corpus von Coedès gegangen wäre, hätten sich viele andere und weit besser geeignete Texte angeboten.

Die englischen Übersetzungen sind im Allgemeinen zuverlässig und flüssig, sind aber gelegentlich - weil die jeweiligen Kontexte Sheldon offenbar unbekannt waren - unpräzise oder gar fehlerhaft. Beispielsweise wird eine Stelle bei Vibius Sequester (354: Gentes: ... Seres Asiae sub oriente ) übersetzt mit: "Seres in the lower regions of Asia" (111).

Das "Update" gegenüber der Originalausgabe ist minimal. Es fehlt an einer Bibliographie ebenso wie an einer neuen Einleitung oder an brauchbaren Karten. Hier wurde eine gute Chance - falls nicht doch noch der 2. Band für Abhilfe bei genannten Monita sorgt - vertan. Es bleibt insgesamt ein zwiespältiger Eindruck. Auf der einen Seite besitzen wir jetzt (wieder) eine bequeme Zusammenstellung relevanter Texte zum Fernen Osten in der Antike (die wegen der englischen Übersetzung vor allem für angloamerikanische Studierende als Einführung taugt), auf der anderen Seite ein Arbeitsinstrument, dessen Zuverlässigkeit in jedem Einzelfall immer wieder neu geprüft werden muss.

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