You are here: Home / Reviews / Journals / sehepunkte / 14 (2014) / 09 / Norman Expansion
Social Media Buttons fb twitter twitter twitter
  • Metadata

    • Document type
      Review (monograph)
      Journal
      sehepunkte
      Author (Review)
      • Houben, Hubert
      Language (Review)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      English
      Editor (Monograph)
      • Stringer, Keith J.
      • Jotischky, Andrew
      Title
      Norman Expansion
      Subtitle
      Connections, Continuities and Contrasts
      Year of publication
      2013
      Place of publication
      Farnham
      Publisher
      Ashgate
      Number of pages
      XIII, 261
      ISBN
      978-1-4094-4838-9
      Subject classification
      History
      Time classification
      Middle Ages → 6th - 12th century, Middle Ages → 13th century
      Regional classification
      Europe → Western Europe → Great Britain, Europe → Southern Europe → Italy
      Subject headings
      Aufsatzsammlung
      Europe / History / 476-1492
      Expansionspolitik
      Geschichte 1000-1300
      Group identity / Europe / History
      Kulturaustausch
      Normannen
      Normans / Great Britain / History
      Normans / Italy / History
      Soziale Identität
      Original source URL
      http://www.sehepunkte.de/2014/09/24142.html
      recensio.net-ID
      4c998a7c1b8c407dbe28774d7c8e3ea0
      DOI
      10.15463/rec.1189720899
  • Citation rules

  • Terms of licence

    • This article may be downloaded and/or used within the private copying exemption. Any further use without permission of the rights owner shall be subject to legal licences (§§ 44a-63a UrhG / German Copyright Act).

Keith J. Stringer / Andrew Jotischky (eds.): Norman Expansion. Connections, Continuities and Contrasts (reviewed by Hubert Houben)

sehepunkte 14 (2014), Nr. 9

Keith J. Stringer / Andrew Jotischky (eds.): Norman Expansion

Der Band enthält zehn Beiträge, die aus dem 2008 bis 2011 an der Universität Lancaster durchgeführten Forschungsprojekt 'The Norman Edge: Identity and State-Formation on the Frontiers of Europe, c.1050-c.1200' hervorgegangen sind. Ziel des Projekts war die Erforschung der normannischen Expansion an den peripheren Zonen des christlichen Europas und ihrer Bedeutung für die Prozesse der Entstehung mittelalterlicher Staaten und Identitäten. Gefragt wurde nach der Selbst- und Fremddefinierung "kolonialer Eliten" als Normannen, nach den Herrschaftsinstrumenten der Normannen, ihrem Verhältnis zu den einheimischen Gesellschaften, interkulturellen Beziehungen, einem Gemeinschaftsbewusstsein der Normannen in der "Diaspora", Verbindungen ausgewanderter Normannen zu ihrer Heimat und "transnationalen" Netzwerken. Neben den drei normannischen "Randgebieten" England(-Schottland), Süditalien und Antiochia wird auch Irland (als "alternative perspective") berücksichtigt. In der Einleitung (1-8) betonen die Herausgeber die unterschiedlichen methodischen Ansätze der verschiedenen Beiträge.

Keith Stringers Beitrag "Aspect of the Norman Diaspora in Northern England and Southern Scotland" (9-47) zeigt das außergewöhnlich lange Überleben (bis ins 15. Jahrhundert!) eines normannischen Bewusstseins bei einigen Familien im englisch-schottischen Grenzgebiet. Die Beiträge von Alexander Grant, "At the Northern Edge: Alba and its Normans" (49-85), und Jonathan Gledhill, "From Shire to Barony in Scotland: The Case of Eastern Lothian" (87-113), befassen sich mit den normannischen Zuwanderern in Schottland, die auf Einladung der schottischen Könige kamen und von diesen zur Stärkung ihrer Königsherrschaft benutzt wurden. Etwas aus dem Rahmen fällt der Beitrag von Robin Frame, "Ireland after 1169: Barriers to Acculturation on an 'English' Edge" (116-141), denn hier handelte es sich nicht um Zuwanderer, sondern um englische Eroberer, die zwar von Normannen abstammten, sich aber bereits als Engländer betrachteten und sich zunächst bewusst von der einheimischen Gesellschaft abschotteten.

Ganz anders war die Situation in Süditalien: Catherine Heygate, "Marriage Strategies among the Normans of Southern Italy in the Eleventh Century" (165-186), unterstreicht, dass, wie bereits Graham A. Loud, Patricia Skinner und Joanna H. Drell zeigten, dort durch die Ehen der im 11. Jahrhundert eingewanderten Normannen mit einheimischen Frauen, besonders aus dem langobardisch-lateinischen Kulturkreis, rasch eine Akkulturation und Assimilierung eintrat. Paul Oldfield, "Urban Communities and the Normans in Southern Italy" (187-206), behandelt das Verhältnis der Normannen zu den süditalienischen Städten, das, anders als die ältere Forschung annahm, nicht nur von Konflikten geprägt war, sondern, wie auch die neuere italienische Forschung in den letzten Jahrzehnten herausgearbeitet hat, durchaus Möglichkeiten zu gegenseitiger Kollaboration bot. Léan Ní Chléirigh, " Gesta Normannorum ? Normans in the Latin Chornicles of the First Crusade" (207-226), zeigt anhand einiger Chroniken des Ersten Kreuzzugs, dass die süditalienischen Normannen nach 1100 kaum noch als Normannen, sondern meist, wie die von nördlich der Alpen kommenden Kreuzfahrer, als 'Franken' betrachtet wurden. Andererseits vermutet Peter W. Edbury, "The Assises d'Antioche : Law and Customs in the Principality of Antioch" (241-248), dass die Gesetzgebung des 'normannischen' Fürstentums Antiochia, die leider nur in einer armenischen Version einer verlorenen, zwischen dem Ende des 12. Jahrhunderts und dem Jahr 1219 verfassten altfranzösischen Redaktion überliefert ist, normannische oder zumindest anglo-normannische Spuren enthält.

Schließlich behandeln zwei Beiträge aus unterschiedlicher Perspektive das von den Mediävisten in den letzten Jahrzehnten viel diskutierte Konzept der Grenze: Leonie V. Hicks, "The Concept of the Frontier in Norman Chronicles: A Comparative Approach" (143-164), betont den politsch-machtsymbolischen Charakter der Grenzen des Herzogtums Normandie, während Denys Pringle, "Castles and Frontiers in the Latin East" (227-239), im Gegensatz zu Ronnie Ellenblum der Auffassung ist, dass das Kreuzfahrerkönigreich Jerusalem lineare, von Kastellen gesicherte Grenzen besaß.

Der vorliegende Band ist eine willkommene Ergänzung zum gleichzeitig beim selben Verlag erschienenen "Norman Tradition and Transcultural Heritage. Exchange of Cultures in the 'Norman' Peripheries of Mediaeval Europe", herausgegeben von Stefan Burkhardt und Thomas Foerster, der einen stärker kultur- und sozialgeschichtlichen Ansatz hat und dem mediterranen Raum mehr Aufmerksamkeit schenkt.