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  • Metadata

    • Document type
      Review (monograph)
      Journal
      sehepunkte
      Author (Review)
      • Bruch, Julia
      Language (Review)
      Deutsch
      Language (Monograph)
      Français, Latin
      Editor (Monograph)
      • Bougard, Pierre
      • Delmaire, Bernard
      Title
      Le cartulaire et les chartes de l'abbaye de femmes d'Avesnes-lès-Bapaume (1128-1337)
      Year of publication
      2014
      Place of publication
      Turnhout
      Publisher
      Brepols
      Series
      Atelier de Recherches sur les Textes médiévaux
      Series (vol.)
      19
      Number of pages
      326
      ISBN
      978-2-503-55129-6
      Subject classification
      History of religion, Local History, Social and Cultural History
      Time classification
      Middle Ages → 6th - 12th century, Middle Ages → 13th century, Middle Ages → 14th century
      Regional classification
      Europe → Western Europe → France
      Subject headings
      Avesnes-lès-Bapaume
      Geschichte 1128-1337
      Kloster
      Quelle
      Urkunde
      Original source URL
      http://www.sehepunkte.de/2014/12/25466.html
      recensio.net-ID
      305e4f51b97c45608b3322a09da9aff1
      DOI
      10.15463/rec.1189730933
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Pierre Bougard / Bernard Delmaire (eds.): Le cartulaire et les chartes de l'abbaye de femmes d'Avesnes-lès-Bapaume (1128-1337) (reviewed by Julia Bruch)

sehepunkte 14 (2014), Nr. 12

Pierre Bougard / Bernard Delmaire: Le cartulaire et les chartes de l'abbaye de femmes d'Avesnes-lès-Bapaume (1128-1337)

Urkunden und Urkundensammlungen etwa in Chartularen gehören zu den wichtigsten Quellengruppen, die der Forschung Aufschlüsse vor allem über rechtliche, wirtschaftliche, aber auch über soziale Aspekte mittelalterlicher Frauenklöster geben. Oft sind sie auch die einzigen erhaltenen Dokumente aus der Frühzeit der Klöster. So verhält es sich auch mit dem Chartular des ehemaligen Frauenklosters in Avesnes-lès-Bapaume, das auf Veranlassung von Äbtissin Alice de Brunembert im Jahr 1298 angelegt und bis 1337 weitergeführt wurde. Es ist ohne Zweifel sehr verdienstreich, dass diese Urkundensammlung nun durch eine Edition der Forschung zur Verfügung gestellt wurde.

Bereits 1976 machte der damalige Direktor der Archives départementales du Pas-de-Calais Pierre Bougard in einer Zusammenstellung von als verschollen geglaubten Quellen [ 1 ] auf dieses Chartular aufmerksam. Pierre Bougard, der in diesem Jahr verstarb, arbeitete über viele Jahre an der Urkundensammlung, schaffte es jedoch aufgrund einer schweren Krankheit nicht mehr diese Vorarbeit in eine Edition zu überführen. Allerdings konnte dank des Engagements von Claudine Bougard, der Ehefrau des ehemaligen Archivdirektors, Bernhard Delmaire auf die umfangreichen Vorarbeiten, bestehend aus einer Transkription des cartulaire , aus Notizen und Briefen, die der Transkription beilagen, zurückgreifen. Delmaire überführte die Transkription in eine Edition, indem er das Manuskript abtippte, dieses anhand der erhaltenen Quellen nachbearbeitete, präzisierte und prüfte und das ganze mit einer Einleitung versah.

Das Buch setzt sich somit aus einer kurzen Einleitung (25-50), der Edition des cartulaire selbst (53-247), fünf Anhängen (251-287) und einem umfangreichen Index (289-321) zusammen. Das Chartular des Frauenklosters in Avesnes-lès-Bapaume liegt in einem privaten Archiv im Château de Tramecourt (Pas-de-Calais) und umfasste 51 Pergamentblätter (285x350 mm), die im 15. Jahrhundert in weißes Rindsleder gebunden worden sind. Delaire liefert eine sehr umfangreiche Handschriftenbeschreibung (27-31) und systematisiert den Inhalt der Urkundensammlung (31-40), zudem gibt er einen kurzen Überblick über die Geschichte des Klosters (40-50). Veranschaulicht wird diese Einleitung durch 10 Tabellen und eine Karte, die den Besitz des Klosters visualisiert. Leider finden die Grundsätze, nach denen der Text der Edition erarbeitet worden ist, keine Erwähnung.

Die Edition besteht aus einzelnen, chronologisch aufeinander folgenden Einträgen, die durchnummeriert sind (1-184) und jeweils für eine Urkunde bzw. einen Urkundeneintrag im Chartular stehen. Jeder Eintrag ist gleich aufgebaut, bestehend aus Regest und Originaltext, und präsentiert sich folgendermaßen: Jahr und Ort, Zusammenfassung des Rechtsinhalts, Überlieferung (Originalurkunde, Chartular und Kopien), ältere Editionen, Literatur zur Urkunde sowie Erklärung zur Datierung, falls diese im Chartular fehlt. Darauf folgt der Text. Dieser ist mit einem einfachen Anmerkungsapparat versehen, der unterschiedliche Lesarten verzeichnet. Das orginale Chartular weist keine besondere Anordnung auf, was den Editor dazu verleitete, die ursprüngliche Reihung aufzugeben und die Einträge chronologisch anzuordnen. In Anhang 2 und 3 (259-273) finden sich zwei Konkordanzlisten, die zwischen der Anordnung in der Edition und der Reihung im Original vermitteln. In Anhang 1 wurde das Inhaltsverzeichnis, das dem originalen Chartular vorangestellt worden ist, ediert (251-258).

Anhang 4 betrifft das edierte Chartular nicht mehr direkt. Es handelt sich vielmehr um eine Äbtissinnenliste, rekonstruiert aus verschiedenen Quellen. Die Namen sind mit Anmerkungen versehen, die u.a. auf die Urkunden des Chartulars verweisen, in denen die Äbtissinnen genannt werden. Ein Auszug aus einem Nekrolog, entstanden um 1700, das auf ein älteres obituaire aus Avesnes zurückgeht, wird im Anhang 5 wiedergegeben.

Mit der vorliegenden Edition des Chartulars aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurde die Grundlage für alle weiteren Forschungen zum Kloster in Avesnes-lès-Bapaume und dessen Umgebung geschaffen. Neben dem eigentlichen Text wurde der Inhalt sehr aufwendig aufgearbeitet: ich möchte an dieser Stelle vor allem auf die Tabellen aufmerksam machen, die komplizierte Sachverhalte anschaulich darstellen, ebenso wie auf den umfassenden Index. Beide Hilfsmittel erleichtern die Arbeit an der Quelle um ein Vielfaches. Die Edition, auch wenn die editorischen Grundsätze nicht genannt sind, entspricht doch den gängigen Standards und liefert darüber hinaus vielerlei Anknüpfungspunkt für weitere Forschungen. Lediglich die Entscheidung, die Urkunden neu zu sortieren und somit die Ordnung (oder Unordnung) des Originals aufzugeben, ist möglicherweise zu kritisieren. Im Zuge des so genannten material turn werden ja gerade Konzeption und Anlage mittelalterlicher Quellen untersucht. In diesem Falle muss man sich den Aufbau der Originalquelle mühsam aus den Anhängen rekonstruieren.


Anmerkung :

[ 1 ] Pierre Bougard: Autres cartulaires ou registres perdus et retrouvés, in: Bulletin de la Commission Départementale des Monuments Historiques du Pas-de-Calais 10 (1976), 29-32.